Steigerlied-Text: Musikalisches Kulturerbe oder nicht?

Freiberg - Von wegen Glück auf! Das traditionelle Steigerlied aus dem Erzgebirge droht jetzt als Ruhrpott-Variante zum Kulturerbe zu werden.

Der Knappenchor Zwickau singt das Steigerlied mit originalem Text. Die ergebirgische Version soll Kulturerbe werden.
Der Knappenchor Zwickau singt das Steigerlied mit originalem Text. Die ergebirgische Version soll Kulturerbe werden.

Bei einem entsprechenden Antrag hat der Ruhrkohle-Musik-Verein die im Ruhrgebiet übliche Textfassung als schützenswert vorgelegt (TAG24 berichtete). Im Erzgebirge wird nun darüber diskutiert.

"Es kommt doch vor allem auf die Melodie und die Botschaft des Liedes an, die identitätsstiftend für alle Bergleute ist. Ich hätte wenig Verständnis dafür, wenn jetzt noch ein zweiter Antrag mit einer anderen Textfassung gestellt würde", sagt Vereinsvorstand Andreas Artmann (61).

Genau das hatte der Sächsische Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine angekündigt. Für Artmann unverständlich: "Das Erzgebirge als Ursprung ist in unserem Antrag gewürdigt. Er ist aber nicht das alleinige Identifikationspotenzial. Im Erzgebirge singen keine 60.000 Leute das Lied im Stadion."

Ob ein nachträglicher Textvorschlag aus dem Erzgebirge berücksichtigt wird, dürfte schwierig werden, denn die Einreichungsfrist neuer Vorschläge für 2020 ist schon Ende Oktober abgelaufen.

Das Steigerlied wird gern bei Bergparaden, wie hier am Samstag in Chemnitz, gespielt.
Das Steigerlied wird gern bei Bergparaden, wie hier am Samstag in Chemnitz, gespielt.  © Ralph Kunz

Titelfoto: Ralph Kunz

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