18-Jähriger belästigt fünf Frauen: Festnahme!

Die Polizei in Freiberg nahm einen 18-Jährigen fest.
Die Polizei in Freiberg nahm einen 18-Jährigen fest.

Von Bernd Rippert

Freiberg – Da staunte selbst die Polizei: Die Beamten nahmen jetzt einen mutmaßlichen Frauengrapscher und Exhibitionisten fest. Das Verrückte daran: Der Täter, ein 18-jähriger Syrer, hatte die Polizei selbst auf seine Spur gelenkt – mit einem erfundenen Angriff durch Neonazis.

Anfang des Jahres gab es große Empörung in Freiberg: Vom 7. bis 11. Januar hatten fünf Frauen im Alter von 20 bis 32 Jahren Anzeige bei der Polizei erstattet.

Ein junger Mann habe sie unsittlich berührt. Jeden Tag eine anderes Opfer. Die Tatorte waren alle im Wohngebiet Wasserberg, die Tatzeiten morgens oder mittags.

Zudem zeigte sich im Dezember ein Exhibitionist in Freiberg.

Polizeisprecherin Jana Kindt und ihre Kollegen erleben aktuell komplizierte Zeiten.
Polizeisprecherin Jana Kindt und ihre Kollegen erleben aktuell komplizierte Zeiten.

Noch während die Ermittlungen liefen, meldete sich am 11. Januar ein 18 Jahre alter Syrer bei der Freiberger Polizei. Er zeigte an, dass er am Morgen von drei Deutschen in der Straße der Einheit verprügelt worden sei.

Die Polizei hatte sofort Zweifel an der Darstellung des angeblichen Opfers. Die wurden nur Stunden später schlagartig erhärtet: Ein Zeuge bei einer der Grapschereien beschrieb den Täter sehr genau. Und diese Details wiesen eindeutig auf das angebliche Opfer der Schlägerei.

Polizeisprecherin Jana Kindt ist sicher: „Bei dem Opfer der vermeintlichen Schlägerei handelt es sich um den tatverdächtigen Grapscher und vermutlich auch um den Exhibitionisten.“

Jetzt zweifelt die Polizei erst recht an dem behaupteten Überfall auf den Syrer und sucht dringend weitere Zeugen für den Zwischenfall am Montag gegen 8 Uhr in der Straße der Einheit 30.

Warum der Syrer die Polizei mit der möglichen Falschanzeige auf seine Spur gelenkt hatte, wollte Jana Kindt noch nicht sagen: „Dazu laufen derzeit die Ermittlungen.“

Für die Polizei sind das nicht nur schwierige Ermittlungen, sondern auch komplizierte Zeiten. Jana Kindt: „Es ist nicht auszuschließen, dass manche Menschen die Diskussion um Ausländer auch nutzen, um von anderen Dingen abzulenken.“

Konkretes Beispiel: Dienstagabend erstattete ein Jugendlicher aus Mittweida Anzeige. Er sei tagsüber mit mehreren Mädchen am Schwanenteich spazieren gegangen. Plötzlich seien Ausländer aufgetaucht, die die Mädchen unsittlich berührt hätten.

Der Jugendliche behauptete, er sei dazwischen gegangen und sei von den ausländischen Angreifern niedergeschlagen worden.

Die Polizei fand schnell heraus: Die Geschichte war erfunden. Jana Kindt: „Der Jugendliche hatte in einem ganz anderen Zusammenhang Schläge von deutschen Kumpels bekommen. Danach benutzte er die Ausländer als Ausrede für seine Verletzungen.“

Fotos: dpa, Heinz Patzig


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