Bakterien-Alarm! Immer mehr Brechdurchfälle in Sachsen

Campylobacter kommen etwa im Darm von Rindern vor und werden mit dem Kot ausgeschieden.
Campylobacter kommen etwa im Darm von Rindern vor und werden mit dem Kot ausgeschieden.  © wikipedia

Freiberg - Das Gesundheitsamt schlägt Alarm. In Mittelsachsen ist die Anzahl der Brechdurchfälle im Vergleich zum vergangenen Jahr um ein reichliches Drittel gestiegen. Schuld ist das Bakterium "Campylobacter".

Ursache des rasanten Anstiegs soll besonders der Verzehr von Rohmilch sein. Die bekommt man auf Bauernhöfen und an Milchtankstellen. "Dem Gesundheitsamt wurden bisher 261 Fälle gemeldet", erklärt Landkreis-Sprecher André Kaiser (34). "Im Jahr 2016 waren es zum gleichen Zeitpunkt 188."

Statistische Auswertungen gibt es laut Behörde allerdings nicht. Dennoch rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) besonders Schwangeren, Älteren und Kranken, auf Rohmilch zu verzichten. "Campylobacter kommen etwa im Darm von Rindern vor und werden mit dem Kot ausgeschieden", so die BfR-Experten. "Die Erreger können daher beim Melken in die Milch gelangen." Nur durch Abkochen können die Bakterien abgetötet werden.

Jens Hoffmann (54) vom Wirtschaftshof "Sachsenland" warnt vor Panikmache: "Milch ist immer ein sensibles Thema. Man sollte Rohmilch etwa nie im warmen Auto lassen." Das Unternehmen betreibt zwei Milchtankstellen in Wittgensdorf und Bräunsdorf. "Zu uns kommen 1.200 Kunden pro Woche", so der Experte.

Übrigens finden sich die Bakterien auch in rohem Fleisch. Infos unter www.bfr.bund.de.

Jens Hoffmann (54) vom Wirtschaftshof "Sachsenland" warnt vor Panikmache.
Jens Hoffmann (54) vom Wirtschaftshof "Sachsenland" warnt vor Panikmache.  © Klaus Jedlicka

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