Kaum da und schon wieder weg: Deniz Yücel hat Deutschland verlassen
Top
H&M-Skandal: Kinderpullover wird für bis zu 1600 Euro angeboten
Top
Schwer verletzt! Junger Fahrer rast gegen Bäume
Top
Lok-Leipzig-Fans bewerfen Anhänger von Hertha BSC mit Bierkiste
Neu
2.766

Freiburger Missbrauchsskandal: "Es sind Bilder und Töne, die sich einbrennen"

Freiburger Polizisten haben sich zum schweren Missbrauchsfall, bei dem ein neunjähriger Junge mehrmals zum vergewaltigen angeboten wurde geäußert.
Über zwei Jahre wurde der Neunjährige von seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten zum Vergewaltigen im Internet angeboten. (Symbolbild)
Über zwei Jahre wurde der Neunjährige von seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten zum Vergewaltigen im Internet angeboten. (Symbolbild)

Freiburg - Das Grausame steckt nach vier Monaten Ermittlungsarbeit in zehn Aktenordnern. In den Büros der Freiburger Kriminalpolizei haben Beamte der Ermittlungsgruppe "Kamera" Spuren aufgenommen und Beweise gesichert.

Es ist ein Fall, der selbst erfahrene Polizisten an den Rand des Erträglichen führt und der überregional Schlagzeilen macht. Nach dem jahrelangen Missbrauch eines Neunjährigen (TAG24 berichtete) sitzen acht Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Die Polizei ermittelt - und arbeitet am Schlussbericht, damit die ersten Prozesse in den kommenden Monaten beginnen können.

"Es sind Bilder und Töne, die sich einbrennen im Kopf", sagt Peter Egetemaier, Chef der Freiburger Kriminalpolizei. In seinem Haus liefen und laufen die Ermittlungen in dem Fall, der nach Angaben der Beamten bisher bekannte Dimensionen sprengt. Vor zwei Wochen wurde er erstmals bekannt - und sorgt für Entsetzen. Auch bei den Ermittlern, die nun Einzelheiten nennen und einen ersten Einblick gewähren.

Der heute neun Jahre alte Junge wurde den Ermittlungen zufolge von seiner Mutter und deren Lebensgefährten in zahlreichen Fällen, über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren, Männern für Vergewaltigungen überlassen. Das Paar hat dafür Geld kassiert, so die Polizei. Und es war demnach an Vergewaltigungen aktiv beteiligt.

Gezahlt wurde von Männern jeweils bis zu mehrere tausend Euro, sagt Michael Mächtel, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dafür bekamen sie den Jungen auch für mehrere Tage. Der Kontakt zwischen der Familie des Jungen und den Männern lief über das Internet, die Taten wurden gefilmt.

Chef der Freiburger Kriminalpolizei Peter Egermaier äußerte sich zu dem schweren Missbrauchsfall.
Chef der Freiburger Kriminalpolizei Peter Egermaier äußerte sich zu dem schweren Missbrauchsfall.

"Wir haben es mit äußerst brutalen und menschenverachtenden Verbrechen zu tun", sagt Egetemaier im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: "Die Art der Verbrechen, die Vorgehensweise der Täter sowie die Tatsache, dass eine Mutter ihr eigenes Kind verkauft und selbst misshandelt, das hat selbst erfahrene Ermittler an ihre Grenzen gebracht."

Einen ähnlichen Fall habe es noch nicht gegeben. Das Auswerten der auf Computern und Mobiltelefonen gefundenen Videos, auf denen Taten zu sehen und hören sind, sei besonders belastend.

Die 47 Jahre alte Mutter des Kindes und ihr 39-jähriger Lebensgefährte sind die beiden Hauptbeschuldigten, sagt einer der Ermittler, die namentlich nicht genannt werden wollen. Zum Motiv ermittelt die Polizei noch, Details nennt sie nicht.

Doch die Beweise seien eindeutig, vor allem wegen der vielfach gespeicherten und von den Polizisten gefundenen Bildern und Filmen. Sie werden noch immer ausgewertet, die Polizei erhofft sich davon weitere Hinweise.

"Aufnahmen, die Kindesmissbrauch dokumentieren, werden in der Szene massenweise gespeichert, gesammelt und getauscht. Sie gelten manchen auch als eine Art Trophäe", sagt Egetemaier. Ein Großteil der Ermittlungen laufe im Internet.

Spezialisten der Abteilung Cyber-Crime kümmerten sich darum. Das weltweite Netz erlaube es Verbrechern, anonym und grenzenlos zu agieren, ein Tastendruck genüge. Die Polizei dagegen müsse sich an nationale Grenzen und Zuständigkeiten halten. Das mache die Strafverfolgung schwierig.

Der 39-jährige Lebensgefährte, der wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft ist und dem Gerichte ein Kontaktverbot zu dem Jungen auferlegt hatten, spricht mit den Ermittlern. Viele Stunden lang ist er bereits vernommen worden.

"Doch die Arbeit läuft weiter", sagt Polizeisprecherin Laura Riske. Es könnten sich Verbindungen zu möglichen weiteren Taten, Opfern und Verbrechen ergeben.

Der Fall habe keinen der Beamten kalt gelassen. Ein externer Psychologe steht bereit.
Der Fall habe keinen der Beamten kalt gelassen. Ein externer Psychologe steht bereit.

Die Szene, sagt der ermittelnde Beamte, sei über das Internet weltweit gut vernetzt. In vielen Fällen habe es die Polizei mit Tätern zu tun, die immer wieder in Erscheinung treten - und die genau wüssten, wie sie Spuren verdeckten und trotz schwerer und vielfacher Straftaten im Verborgenen bleiben könnten: "Die Täter bleiben meist auch untereinander anonym."

Frauen seien selten dabei. Und wenn, schauten sie in der Regel weg und ließen Täter gewähren. Dass sie selbst vergewaltigen und misshandeln, wie in diesem Fall, sei neu.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen im September durch einen anonymen Hinweis. "Es war damals nicht absehbar, welche Ausmaße dieser Fall annimmt", sagt der Kripo-Chef. Es habe schnell gehandelt werden müssen. "Oberstes Ziel war, das Martyrium des Jungen so schnell wie möglich zu beenden und gleichzeitig genügend Beweismaterial zu haben, um die mutmaßlichen Täter aus dem Verkehr ziehen zu können."

Sechs Tage nach dem Hinweis klickten die Handschellen, der Junge wurde befreit. Auch er ist von den Polizisten in Freiburg mehrmals befragt worden - eine Herausforderung für alle Beteiligten. "Wir hoffen, dass er seinen Weg macht und ein möglichst gutes Leben vor sich hat", sagt der ermittelnde Beamte.

Viele der Polizisten sind Väter und Mütter. "Dieser Fall hat keinen von uns kalt gelassen", sagt einer der Beamten. Auch sie können Hilfe in Anspruch nehmen, betont der Kripo-Chef. Niemand werde für diese Arbeit gegen seinen Willen verpflichtet.

Und: "Ein externer Psychologe sowie Kollegen stehen bereit, wenn Probleme auftauchen. Wir bieten regelmäßig Supervisionen an." Das sei auch notwendig: "Kindesmissbrauch oder Kinderpornografie sind Delikte, die sich mit gesundem Menschenverstand nicht erklären lassen." Das mache die Ermittlungen menschlich zur besonderen Herausforderung.

Die Debatte, die der Fall ausgelöst hat, spürt auch Egetemaier. "Ich würde mir wünschen, dass sie Impulse bringt", sagt er: "Fachkenntnis aller an solchen Verfahren Beteiligten ist enorm wichtig."

Dies könne für Gefahren sensibilisieren und Verbrechen verhindern.

Fotos: 123RF, DPA

Brandserie im "Horror-Hochhaus": Polizei ermittelt und gerät selbst in Gefahr
Neu
Können Migranten verhindern, dass Flüchtlinge gewalttätig werden?
Neu
Hast Du Lust, bei uns mitzumachen?
133.671
Anzeige
Kampfansage! Claudia Pechstein will noch "viele Rekorde knacken"
Neu
Schrecklich! 40 Rinder verbrennen qualvoll im Stall
Neu
Mann gerät auf schneebedeckter Straße in Gegenverkehr und tötet Frau
Neu
Beendet "The Voice"-Gewinnerin Natia Todua den deutschen ESC-Fluch?
Neu
Strafmaß nicht korrekt? Stückel-Kommissar kommt erneut vor Gericht
Neu
Jetzt ist klar, wie es zu dem schweren Crash des Ladendiebs kam
Neu
Flugzeug abgestürzt: Alle 66 Menschen an Bord sterben!
Neu
Einmal umgeknickt und aus der Traum!
4.522
Anzeige
Nach gescheiterten Beziehungen: Sarah Lombardi wäre "jetzt für etwas Neues bereit"
Neu
IS-Terrorhelfer? 22-Jähriger und 17-Jährige vor Gericht
Neu
"Zwei Fakenews": AfD schießt erneut gegen Deniz Yücel
Neu
In diese Stadt kommen Migranten, wenn sie illegal nach Deutschland wollen
Neu
Hubschrauber verliert die Kontrolle und stürzt ab: 13 Tote
Neu
Darum sind deutsche Schweinewirte gerade richtig sauer auf Lidl
1.963
Beziehungs-Aus via Instagram!? Sophia Thomalla serviert ihren Gavin ab
2.952
Nach blutigem Amoklauf an Schule: Wird das Waffengesetz verschärft?
264
Erster deutscher Film geht bei Berlinale ins Rennen
174
Grausam! Wollte ein Vater sein Kind (7) für den IS rekrutieren?
674
Dienstältester Schauspieler der Welt feiert Geburtstag anders als sonst
2.623
Es läuft in Winterberg! Schnee-Fans genießen Sonne
69
Eigentlich wollte er ein Vorbild sein: Hat dieser YouTuber sein Leben wirklich verändert?
809
Ladendieb flüchtet vor Polizei und knallt mit Gegenverkehr zusammen
9.130
Mann stürzt aus 12 Metern Höhe und kommt mit einer Beule davon
2.372
Porno-Vorlieben: Darauf stehen die Olympischen Athleten
6.812
Großeinsatz für Polizei: Gegendemos blockieren AfD-"Frauenmarsch"
6.679
Update
Blamage oder Triumph? "Erzistar"-Rocco will bei DSDS überzeugen
2.637
Hetze gegen Kinderbuch! AfD-Weidel befürchtet "islamische Eroberung"
6.681
So kann Twitter die deutschen Radfahrer schützen!
727
Nervenzusammenbruch auf der Bühne: Wie krank ist Schock-Rocker Marilyn Manson?
3.863
Friseur gibt Mann simplen Tipp: Jetzt ist er ein weltweit gefragtes Model
7.593
Suff-Fahrer baut Unfall mit Krankenwagen und will fliehen
224
Großvater gibt 17-Jährigem Tipps beim Autofahren: Dann kommt es zum schweren Unfall!
2.225
Schon wieder! Crash an Stauende mit drei Schwerverletzten
180
Erdbeben lässt Großbritannien erzittern
2.157
Verdacht auf Leukämie: Detlef "D!" Soost hatte Todesangst um seine Kate Hall
3.434
Hilfloser Mann unter aufgedrehter Heizung eingeklemmt
375
Forscher verrät: So sind kostenlose "Öffis" möglich!
1.636
Was ist denn mit Dani los? Katze sieht total fertig und verheult aus!
17.679
36-Jähriger vom eigenen Auto zerquetscht
2.306
Nach Feuer-Tod von fünf Pferden: Mysteriöse Ereignisse sollen sich vor Unglück abgespielt haben
2.826
Paar lässt Kleinkinder so krass verhungern, dass sie anfangen, die Wände zu essen
5.590
Naddel über ihre Schock-Diagnose: "Du wirst das Jahr nicht überleben!"
31.030
Rauchgeruch in Kabine: Alarm in Flugzeug mit 147 Passagieren
2.068
Liebes-Aus bei Bauer Gerald? Fans nach Abschieds-Posting von Anna sehr besorgt!
9.725
Diese Steuer will Hessens Wirtschaftsminister abschaffen
191
Riesensatz im 2. Durchgang! Andreas Wellinger fliegt zu Silber-Medaille
703
Brutale Massenschlägerei! Passagiere prügeln sich auf Kreuzfahrtschiff
4.218