Lebenslänglich für Hussein K.: Eltern halten Strafe für angemessen

Freiburg - Im Prozess um die Vergewaltigung und Ermordung einer 19-jährigen Studentin in Freiburg ist der Flüchtling Hussein K. zur Höchststrafe verurteilt worden. Maria L.s Eltern finden, dass die Tat angemessen geahndet worden sei.

Hussein K. wird nach Erwachsenenrecht verurteilt. Mehreren Gutachten zufolge war er mindestens 22 Jahre alt.
Hussein K. wird nach Erwachsenenrecht verurteilt. Mehreren Gutachten zufolge war er mindestens 22 Jahre alt.  © DPA

Die Richter des Landgerichts Freiburg verhängten am Donnerstag eine lebenslange Freiheitsstrafe und stellten die besondere Schwere der Schuld fest. Zudem ordneten sie Sicherungsverwahrung an. Die Zuschauer im Gerichtssaal applaudierten.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er im Oktober 2016 die Studentin Maria L. nachts vom Fahrrad gestoßen, vergewaltigt und ermordet hat. Sie ertrank nach der Vergewaltigung im Wasser des Flusses Dreisam.

Hussein K. wurde nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Der als angeblich minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommene Mann hatte anfangs behauptet, zur Tatzeit erst 17 gewesen zu sein, später aber eingeräumt, über sein Alter gelogen zu haben.

Mehreren Gutachten zufolge war er mindestens 22 Jahre alt.

Update 18.30 Uhr: Eltern von Maria L. finden Urteil angemessen

"Es ist uns wichtig, dass das Gericht die besondere Schwere der Schuld festgestellt hat, die der Täter auf sich geladen hat", teilten Clemens und Friederike Ladenburger am Donnerstag in einer Erklärung mit, die über ihren Anwalt verbreitet wurde.

"Der Rechtsstaat hat unter Beweis gestellt, wie viel ihm das Leben eines Menschen und die Ermittlung der Wahrheit wert sind." Für den Sexualmord an der Studentin war Hussein K. zur Höchststrafe verurteilt worden. Die Tat sei "angemessen geahndet worden", erklärten ihre Eltern.

"Der Täter hat uns, den Eltern Marias, ihren Schwestern, ihren Großvätern und ihrer ganzen Familie sowie ihren engen Freundinnen und Freunden unermessliches Leid zugefügt und dieses durch sein Verhalten während des Prozesses noch gesteigert", erklärten die Eltern. "Kein Urteil kann daran etwas ändern."

Update 11.30 Uhr: Hussein K. legt Revision ein!

Freiburg - Der Pflichtverteidiger des im Mordprozess angeklagten Hussein K. wird gegen das Urteil des Landgerichts Freiburg Revision einlegen.

Sein Mandant habe ihn damit beauftragt, sagte Sebastian Glathe nach dem Richterspruch am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass Hussein K. bei der Tat vermindert schuldfähig gewesen sei. Der junge Mann habe Alkohol und Drogen in erheblichem Umfang zu sich genommen.

Das Gericht hatte dies in seinem Urteil jedoch verneint und volle Schuldfähigkeit attestiert. Er werde die Urteilsbegründung daher gründlich prüfen, sagte Glathe. Dazu diene die Revision.

Titelfoto: DPA


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