Mordprozess um Hussein K.: Griechische Ermittler sagen aus

Am 08.01.2018 ist der Prozess am Freiburger Landgericht fortgesetzt worden. (Archivbild)
Am 08.01.2018 ist der Prozess am Freiburger Landgericht fortgesetzt worden. (Archivbild)  © DPA

Freiburg - Im Freiburger Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. sagen erstmals Ermittler aus Griechenland aus.

Die beiden griechischen Polizisten haben in ihrem Heimatland gegen Hussein K. ermittelt, der dort eine junge Frau eine Klippe hinuntergestoßen hatte. Sie überlebte knapp. Die Tat in Griechenland werde einziges Thema dieses Verhandlungstages sein, kündigte die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk an.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober 2016 nachts in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. Ein Urteil soll es frühestens Mitte März geben.

Wegen der Gewalttat auf der Insel Korfu Ende Mai 2013 war Hussein K. in Griechenland 2014 wegen Raubes und versuchten Mordes zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Im Oktober 2015 kam er vorzeitig gegen Auflagen frei. Nach seiner Freilassung tauchte er unter und kam nach Deutschland.

Der Angeklagte Hussein K. im Gerichtssaal. (Archivbild)
Der Angeklagte Hussein K. im Gerichtssaal. (Archivbild)  © DPA

Deutsche Behörden wussten nichts von seiner kriminellen Vorgeschichte. Griechische Behörden hatten den Angaben zufolge nur national nach dem Gesuchten gefahndet, einen internationalen Haftbefehl oder einen Eintrag in internationale Datenbanken durch Griechenland gab es nicht.

Erst im Dezember 2016, nach der Festnahme des nun Angeklagten in Freiburg, wurde den deutschen Ermittlern nach einem Medienbericht der Fall in Griechenland bekannt.

Dies sorgte für Irritationen zwischen den Regierungen in Berlin und Athen. Zudem löste der Fall eine Debatte über die deutsche Flüchtlingspolitik aus. Zu der Tat in Griechenland verweigert Hussein K. die Aussage.

Die Justiz in Deutschland hatte ein Rechtshilfeersuchen an Griechenland gestellt, sagt Oberstaatsanwalt Eckart Berger. Ziel sei es, sich umfassend über die Tat auf Korfu zu informieren.

Hierfür würden auch Filmaufnahmen ausgewertet. Das damalige Opfer wird in dem Prozess in Deutschland nicht aussagen, sagte der Gerichtssprecher. Dies sei zwar anfangs angedacht gewesen, komme aber nicht zustande.

Der Freiburger Prozess hatte im vergangenen September begonnen. Es geht auch um die Frage, wie alt der vor der Jugendkammer stehende Mann ist. Das hat Auswirkungen auf die Höhe der Strafe. Er selbst hatte angegeben, aus Afghanistan zu kommen und 16 oder 17 Jahre alt zu sein. Zum Prozessauftakt gab er zu, gelogen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hält Hussein K. für mindestens 22 Jahre alt. Entsprechende Gutachten und Zeugenaussagen stützen das.

Titelfoto: DPA


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