Hundertfacher Missbrauch: Anklage gegen früheren Pfadfinder-Betreuer wird vorbereitet

Freiburg - Nach dem jahrelangen und hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern in Staufen bei Freiburg hat die Polizei ihre Ermittlungen gegen den Hauptbeschuldigten beendet.

Beide Männer sollen sich an Pfadfindern vergangen haben. (Symbolbild)
Beide Männer sollen sich an Pfadfindern vergangen haben. (Symbolbild)  © DPA

Die Akten seien der Staatsanwaltschaft übergeben worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Freiburg am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Anklage werde so in den nächsten Wochen möglich, bestätigte eine Sprecherin der Anklagebehörde.

Sie werde derzeit vorbereitet. Wenn die Anklage vom Landgericht Freiburg zugelassen ist, könne dort der Prozess beginnen.

Im Zentrum steht den Angaben zufolge ein 41 Jahre alter Deutscher.

Er sitzt in Untersuchungshaft, weil er von 2009 bis 2018 vier Jungen missbraucht haben soll. Der Mann war ehrenamtlicher Betreuer von Pfadfindern und Mitarbeiter der evangelischen Kirche in Staufen.

Ihm wird vorgeworfen, die Jungen jeweils bis zu 400 Mal sexuell missbraucht zu haben. Sie waren bei den Taten 8 bis 14 Jahre alt. Die Fälle waren Anfang Mai publik geworden. Zur Frage, ob und wie der Mann bislang ausgesagt hat, wollten sich die Ermittler nicht äußern.

Zudem ermittelt die Polizei gegen einen weiteren ehemaligen Betreuer der örtlichen Pfadfindergruppe. Dem 27 Jahre alten Deutschen werde vorgeworfen, ein Mädchen mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Diese Untersuchungen laufen noch, wie der Sprecher sagte. Die Kirche hatte nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle Aufklärung versprochen.

Staufen südlich von Freiburg war zuvor durch den jahrelangen Missbrauch eines Jungen überregional in den Schlagzeilen. Mit diesem Verbrechen hat der jetzige Fall laut Polizei aber nicht zu tun.

Staufen sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen: Damals hatten eine Mutter (Mite) und ihr Lebensgefährte (links) einen Buben zum Vergewaltigen verkauft.
Staufen sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen: Damals hatten eine Mutter (Mite) und ihr Lebensgefährte (links) einen Buben zum Vergewaltigen verkauft.  © DPA

Titelfoto: DPA

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