Nazi-Gruppe Freie Kameradschaft Dresden: Rädelsführer muss vier Jahre und vier Monate in den Knast

Dresden - Nach 114 Prozesstagen ist am Freitag das Urteil gegen die Führungsgruppe der Freien Kameradschaft Dresden (FKD) am Landgericht Dresden gefallen.

Der mutmaßliche FKD-Rädelsführer Benjamin Z. (29).
Der mutmaßliche FKD-Rädelsführer Benjamin Z. (29).

Gegen die fünf Männer und eine Frau (zwischen 25 und 31 Jahren) wurden unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung Strafen bis zu sechs Jahren verhängt.

"Bei den Angeklagten handelt es sich, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, um Rassisten", so Richter Kubista.

Fast 45 Personen umfasste die im November 2016 ausgehobene Nazi-Truppe. Seither wird in "Etappen" gegen ihre Mitglieder an diversen Gerichten verhandelt.

Laut Staatsanwalt bildete sich der Schlägertrupp, um Asylbewerber, Andersdenkende und Polizisten anzugreifen.

Seit September 2017 standen die nun Verurteilten vor der Großen Strafkammer am Landgericht. Und der über zwei Jahre dauernde Prozess hatte so einige Tücken.

Michel K. muss sechs Jahre in den Knast

Franz R. muss für vier Jahre und zwei Monate in den Knast.
Franz R. muss für vier Jahre und zwei Monate in den Knast.

So hörte die Kammer über 100 Zeugen, davon zahlreiche mehrfach. Und nicht jeder war willig auszusagen. Zwei Mal verhängten die Richter Beugehaft gegen Männer, die sich weigerten Angaben zu machen.

Außerdem wurde plötzlich bekannt, dass ausgerechnet die Schöffin mit dem Hauptangeklagten Benjamin Z. (31) eine Verhältnis hatte. Außerdem wurde bei einer Durchsuchung seiner Zelle bei ihm ein in U-Haft verbotenes Tablet gefunden.

Während die Angeklagten Janette P. (29) und Franz R. (25) aussagten, schwieg der Rest im Prozess. Allerdings machte sich der Angeklagte Mike K. (31) wütend im Haftkeller des Landgerichtes Luft, nachdem der Staatsanwalt im Plädoyer für ihn über vier Jahre Haft gefordert hatte.

Würde er diese Strafe bekommen, würde am Tag der Urteilsverkündung was passieren, hatte er getönt. Daraufhin hatte der Staatsanwalt seinen Antrag "nachgebessert" und forderte nunmehr fünf Jahre. Die Kammer verhängte gegen ihn am Freitag letztlich vier Jahre.

Benjamin Z. bekam vier Jahre und vier Monate, Nick F. (28) bekam vier Jahre und acht Monate, Michel K. (29) unter Einbeziehung einer Vorstrafe sechs Jahre, Janette P. zwei Jahre und zehn Monate, Franz R. letztlich vier Jahre und zwei Monate.

Janette P. muss zwei Jahre und zehn Monate in den Knast.
Janette P. muss zwei Jahre und zehn Monate in den Knast.

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