Wir wollen Dresden zum WLAN-Paradies machen

Die Stadt soll auch den Strom bezahlen (etwa 15 Euro pro Standort) und den Aufbau ermöglichen.
Die Stadt soll auch den Strom bezahlen (etwa 15 Euro pro Standort) und den Aufbau ermöglichen.

Von Dirk Hein

Dresden - Seit Jahren werkelt Dresden an einen eigenen flächendeckenden Wlan für die Innenstadt. Jetzt wollen die Freifunker die Verwaltung links überholen und einfach das eigene Netz mächtig ausbauen. Per Stadtratsbeschluss müsste die Verwaltung dass dann sogar mit bezahlen ...

Mit einem Stadtratsantrag wollen Linke, Grüne, SPD und Piraten das Rathaus beauftragen, zusammen mit den Dresdner Freifunkern nach öffentlichen Standorten (Laternen, Verwaltungsgebäude) zu suchen, auf denen Freifunk-Router installiert werden könnten.

Die Stadt soll zudem den Strom bezahlen (etwa 15 Euro pro Standort) und den Aufbau ermöglichen.

Stadtrat Norbert Engemaier (33, Piraten) und Freifunker Diego Jahn (23, r.) kämpfen für das kostenlos-Wlan.
Stadtrat Norbert Engemaier (33, Piraten) und Freifunker Diego Jahn (23, r.) kämpfen für das kostenlos-Wlan.

30 neue Router könnten so 30 Plätze von der ungefähren Größe des Postplatzes mit kostenfreiem Wlan versorgen.

Das Freifunk-Prinzip ist dabei denkbar einfach: Private Internet-Nutzer ermöglichen, dass ein Teil ihrer Internet-Flatrate öffentlich genutzt werden kann.

Per Richtfunk können auch größere Strecken überwunden und so neue Netze aufgebaut werden.

Piraten-Stadtrat Norbert Engemaier (33): „Das Netz kann unkompliziert Flüchtlingen, aber auch Touristen zur Verfügung gestellt werden“.

Stimmt der Stadtrat zu, könnte das Freifunk-Netz Anfang 2016 ausgebaut werden. „Aber nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den städtischen Plänen“, so Engemaier.

Wieso gibt’s in unseren Bahnen und Bussen noch kein Gratis-WLAN?

Mit solchen Geräten wird die Empfangsqualität der Netzwerke getestet.
Mit solchen Geräten wird die Empfangsqualität der Netzwerke getestet.

Erfurt macht es vor, rüstet jetzt 56 Trams mit Netzwerkgeräten, Antennen und Strom aus. So können Fahrgäste per Smartphone und Tablet ihre eigenes Datenvolumen sparen und im besten Fall schnell surfen.

Problem: Wird der Zugang zum Beispiel für das illegale Tauschen von Musik missbraucht, kann dafür der Anbieter in Haftung genommen werden.

DVB-Sprecher Falk Lösch (50) lehnt das WLAN für 166 Dresdner Trams und 140 Busse bislang ab, listet die Haftung und etliche weitere Argumente dagegen auf. „Das muss irgendjemand bezahlen, im Zweifel der Fahrgast“, benennt er das Geldproblem. Reisende könnten ohnehin auf schnelles LTE- oder 4G-Internet anderer Netzbetreiber per Smartphone zugreifen.

„Im Zeitalter der Flatrate kommt man damit eigentlich bestens zurecht“, meint Lösch. Trotzdem behalten die DVB „das Thema im Auge.“

Fotos: Thomas Türpe, Heinz Patzig


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