Deswegen sind besonders Katzen eine große Gefahr für Wildtiere

Besonders nicht kastrierte Katzen stellen eine Gefahr für die Wildtiere dar.
Besonders nicht kastrierte Katzen stellen eine Gefahr für die Wildtiere dar.  © DPA

Erfurt - Freilaufende Haustiere müssen noch nicht einmal wildern, um für geschützte Arten zum Problem zu werden. Jäger und Naturschützer hoffen auf mehr Verantwortung der Besitzer.

Besitzer von Hunden und Katzen müssen sicherstellen, dass ihre Tiere nicht Wildtiere reißen. Das fordern der Landesjagdverband Thüringen und der Umweltschutzverband NABU Thüringen übereinstimmend.

"Gerade Hauskatzen sind eine echte Gefahr für die Vogelwelt", sagt Silvester Tamás, Ansprechpartner für den Bereich Beutegreifer beim NABU Thüringen. Hunde sollten generell nicht unbeaufsichtigt herumstreunen, Katzen vor allem im Haus gehalten werden. Ein Muss sei darüber hinaus die Kastration jeder Katze, die auch ins Freie dürfe.

Wirklich eindämmen könne man die Lage aber nur über die Geldbörse: Uneinsichtige Tierhalter müssten mit Strafen zur Vernunft gebracht werden. Um wildernden Katzen und Hunden im Wald Herr zu werden, müsse zudem über finanzielle Anreize für Jäger nachgedacht werden: "Jäger sollten sich die Kugel sparen und solchen Tieren mit Fallen nachstellen. Dazu wäre vermutlich ein finanzieller Anreiz sinnvoll.

Viele Jäger scheuten den Abschuss von unbeaufsichtigten Haustieren in der Wildbahn, erklärt Steffen Liebig, der Präsident des Landesjagdverbands Thüringen. In Zeiten, in denen Haustiere immer stärker als Familienmitglied gesehen würden, sei der Abschuss extrem unpopulär.

Dass etwas geschehen muss, steht für Liebig indessen außer Frage. Der Druck von Katzen und Waschbären auf andere Arten werde immer größer, auch die Gefahr von Hybriden steige.

In Erfurt gilt seit Anfang 2017 eine "Katzenschutzverordnung", die Besitzer von Katzen mit Freigang dazu verpflichtet, die Tiere kastrieren zu lassen. Im Auftrag der Stadt Gotha werden jährlich etwa zwei Dutzend streunende Katzen kastriert. Über Lottomittel stellt das Land Thüringen den Tierschutzvereinen einen jährlichen Betrag von bis zu 3000 Euro für die Kastration freilebender herrenloser Katzen zur Verfügung.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0