Kein Foul! Freispruch im Handballer-Prozess

Gerd J. (34) wurde vom Amtsgericht freigesprochen.
Gerd J. (34) wurde vom Amtsgericht freigesprochen.

Von Theo Stiegler

Zwickau - Hallenhandball ist ein hartes Spiel. Das bedeutet aber nicht, dass ein Gegner absichtlich verletzt werden darf.

Genau das soll aber im Spiel der Bezirksliga-Teams von Fraureuth gegen Mittweida geschehen sein. Gerd J. (34, Fraureuth) soll Jan M. (33, Mittweida) von hinten so hart in die Ferse getreten haben, dass der einen Achillessehnen-Abriss erlitt.

Am Montag musste sich Ingenieur J. vor Amtsrichter Jürgen Dietel wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Allerdings: Keiner hatte die Tat richtig gesehen. Auch ein Video vom Spiel brachte keine Klarheit. Der Angeklagte: „Ich habe den Jan gar nicht berührt.“ Dagegen sagte Jan M.: „Ich habe gespürt, wie mir jemand von hinten in die Ferse getreten hat.“

Ein Gutachten von Orthopäde Georg Freiherr von Salis-Soglio (67) ergab: „Die Achillessehne des Geschädigten war schon vorher hochgradig degenerativ verschlissen. Bei so vorgeschädigten Sehnen kann der Abriss auch durch eine Überdehnung, wie sie beim Antritt zu einem Sprint auftritt, passieren“, so der Gutachter. Außerdem hätte man nach einem Tritt auch äußere Verletzungsspuren sehen müssen.

Das Urteil von Richter Jürgen Dietel: Freispruch.

Foto: Ralph Koehler/propicture


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0