AfD will Hochstapler-Stadtrat aus Partei werfen

Freital – Der Hochstapler-Stadtrat von der AfD: Die Partei will den zwölffach vorbestraften Thomas Prinz (47) loswerden.

Der AfD-Stadtrat soll sich unter anderem als Polizist ausgegeben haben.
Der AfD-Stadtrat soll sich unter anderem als Polizist ausgegeben haben.  © Thomas Türpe

"Wir haben den Landesvorstand der AfD Sachsen deshalb bereits aufgefordert und gebeten, entsprechend der Bundessatzung §4 Abs. 2 Satz 6 die Annahmeerklärung zu widerrufen und somit Herrn Prinz die arglistig erschlichene Parteimitgliedschaft zu entziehen", teilte die AfD Sächsische Schweiz mit.

Man habe von allem nichts gewusst, etwa dass Prinz unter Bewährung gestanden habe. Dies habe er pflichtwidrig nicht mitgeteilt. Prinz wurde jüngst vom Amtsgericht in Meißen wegen Amtsanmaßung zu 3000 Euro Strafe verurteilt, weil er sich als Autobahnpolizist ausgab und einen Autofahrer per Kelle stoppte (TAG24 berichtete).

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Thema vor Gericht waren auch seine zahlreichen Vorstrafen unter anderem wegen Steuerbetrugs, Schmuggel, Fahrens ohne Führerschein, Zuhälterei und schweren Raubes. Er saß bereits mehrfach im Knast. Und: Auf der Wahlliste zur Kommunalwahl gab der gelernte Schumacher sich als "Gerichtsmediziner" aus. Auch das stimmte nicht.

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Seinen nächsten Gerichtstermin hat Prinz übrigens schon am 2. September in Dippoldiswalde: Dann geht es um den vermeintlichen Raub seines Tablets durch einen von ihm angezeigten Araber. Dumm nur, dass das Tablet bei einer Hausdurchsuchung bei Prinz selbst gefunden wurde.

Der AfD ist das sichtbar peinlich – hätte man das alles gewußt, wäre er niemals Mitglied geworden, beteuert die Partei. In einer Anhörung habe Prinz die Anschuldigungen nicht ausräumen können. Prinz ist frisch gewählter Stadtrat in Freital. Die AfD fordert ihn nun auf, sein Mandat zurückzugeben und seinen Rücktritt zu erklären.

"Dem Wähler ist es selbstverständlich nicht zu vermitteln, wenn mehrfach vorbestrafte Personen dessen Interessen vertreten sollen", so die AfD. Geprüft werden auch rechtliche Schritte.

Übrigens: Für Schlagzeilen sorgte Prinz bereits im April – damals geriet laut Polizei ein Komposthaufen in seinem Garten in Brand. Für die AfD war das ein Brandanschlag auf den AfD-Mann. Die Polizei teilte mit, der Komposthaufen habe sich selbst entzündet, ein gehäuftes Problem in jener Zeit….

Titelfoto: Thomas Türpe

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