Streit um Dackel-Gebell: Tätowierer vermöbelte Nachbarn

Freital - Da sind Feinde nicht nötig: Rüdiger B. (30) lockte seinen Nachbarn per Telefon nach Hause und vermöbelte Joachim W. (57). Beim Amtsrichter erklärte Tätowierer Rüdiger: "Seine Hunde bellten ununterbrochen. Da gingen mir die Nerven durch."

Rüdiger B. (30) prügelt auf seinen Nachbarn (57) ein.
Rüdiger B. (30) prügelt auf seinen Nachbarn (57) ein.  © privat

Kraftfahrer Joachim W. sagte: "Ich hatte die Dackel seit 13 Jahren. Nie gab es Probleme. Als Herr B. mich mal ansprach, weil sie angeblich bellten, wenn ich arbeiten bin, gab ich ihm meine Telefonnummer. Damit er mich im Falle des Falles erreichen kann."

So kam es dann auch. Im Sommer 2018 rief der Tätowierer wegen angeblichen Gebells den Kraftfahrer an.

Der kam sofort heim. "Da stand er, hatte Handschuhe an, war richtig wütend und prügelte ohne Vorwarnung auf mich ein. Und dann sagte er noch, ich soll bloß nicht zur Polizei gehen. Er kenne Leute, die mich fertigmachen würden."

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Tatsächlich war Joachim W. so eingeschüchtert, dass er erst tags darauf und von seinen Kollegen gedrängt zur Polizei und vor allem zum Arzt ging. Neben einer kaputten Brille erlitt der Kraftfahrer nämlich Rippen- und Schädelprellung und war 14 Tage krankgeschrieben.

Der Richter nannte das Verhalten von Rüdiger B. "komplett untolerierbar" und verurteilte ihn zu 3600 Euro Geldstrafe, wahlweise 120 Tagen Knast. Außerdem muss er die neue Brille seines Opfers bezahlen.

Ein bellender Vierbeiner brachte den Angeklagten auf die Palme.
Ein bellender Vierbeiner brachte den Angeklagten auf die Palme.  © dpa (Symbolbild)

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