Ich habe einen Bunker unter meinem Parkplatz entdeckt!

Werkzeugmachermeister Gunnar Suschke (51) buddelte bei Bauarbeiten vor seiner Werkstatt in Freital diesen Bunker aus.
Werkzeugmachermeister Gunnar Suschke (51) buddelte bei Bauarbeiten vor seiner Werkstatt in Freital diesen Bunker aus.

Von Hermann Tydecks

Freital - Eigentlich wollte Werkzeugmachermeister Gunnar Suschke (51) nur einige Parkplätze an seiner Freitaler Werkstatt schaffen. Doch während des Baus fand er im Boden ein gewichtiges Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg: Nun parkt ein vier Tonnen schwerer Bunker vor seiner Tür!

Modrig riecht es im Inneren des Stahlbetonkolosses. Das Türschloss ist gerostet, die vier Luftschlitze teils von Erde überlagert. Beinahe wäre der 2,40 Meter hohe Bunker gar nicht entdeckt worden.

„Bei den Arbeiten für die Parkplätze ragte nur ein Stück Beton aus dem Boden“, sagt Grundstücksbesitzer Suschke. „Wir wollten es überschütten.“ Doch ein Arbeiter vermutete mehr dahinter. Und so legten Bagger und Stapler den stummen Zeitzeugen des Bombenkrieges frei!

Ein Foto der damals ansässigen VEB Glasmaschinenbau: In den 50er-Jahren wurde der verbuddelte Bunker schon mal gesichtet.
Ein Foto der damals ansässigen VEB Glasmaschinenbau: In den 50er-Jahren wurde der verbuddelte Bunker schon mal gesichtet.

„Dywidag-Luftschutzzelle für zwei bis drei Personen“, beschreibt ein Typenschild im Innenraum. Der ist mit nicht mal einem Quadratmeter Platz sehr eng.

Gebaut wurde der Bunker um 1940 in den Betonwerken Cossebaude, sollte schnellen Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten bieten. „Wo der Bunker aufgestellt war, wissen wir nicht“, sagt Gunnar Suschke. Nach dem Krieg wurden die Bunker nicht mehr gebraucht, viele einfach zugeschüttet.

Kurios: Ein Foto vom VEB Glasmaschinenbau, der einst auf dem heutigen Werkstatt-Areal produzierte, zeigt den verschütteten Bunker bereits 1959. Damals ließen ihn die Werksbetreiber im Erdreich.

Anders Gunnar Suschke: „Der Bunker soll als Mahnmal dienen.“ Möglich, dass er bald in einem Museum auftaucht, eine Anfrage gibt es bereits.

Fotos: Christian Essler


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