Fremdenhass in NRW nimmt zu, neues Netzwerk soll helfen

Düsseldorf / NRW - Viele Menschen mit ausländischen Wurzeln müssen sich laut der nordrhein-westfälischen Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, gegen ein feindseligeres Klima wehren.

Serap Güler (CDU) ist Staatssekretärin für Integration in NRW.
Serap Güler (CDU) ist Staatssekretärin für Integration in NRW.  © DPA

Betroffene berichteten über verbale und körperliche Angriffe, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Am Donnerstag stellt sich in der Landeshauptstadt ein neu gegründetes Netzwerk von Migrantenorganisationen in NRW vor.

Die 160 Mitglieder aus sieben Städten wollen die sozialen und kulturellen Interessen von Menschen mit ausländischen Wurzeln wirkungsvoller vertreten.

Neben strukturellen Problemen, wie der Durchlässigkeit im Bildungssektor, würden Menschen mit Migrationshintergrund laut Güler zunehmend auch Feindseligkeit im Alltag beklagen.

Aktuelle politische Diskussionen hätten mit dazu beigetragen. Viele nähmen eine veränderte Stimmung im Land wahr.

"Wurde man vorher als eine kopftuchtragende Frau in der Bahn oder auf der Straße mit Blicken missbilligt, ist es heute keine Seltenheit mehr, dass man auch einen Spruch beim Vorbeilaufen zu hören bekommt."

Migrantenorganisationen berichteten laut Güler, dass viele Betroffene sich benachteiligt, ausgeschlossen und als zweitrangige Mitglieder der Gesellschaft fühlten.

Die Integrationsbeauftragte lobte unterdessen die kulturelle Vielfalt des neuen Landesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen (LV NeMO), der im April gegründet wurde.

"Es ist ein starkes Signal, wenn sich so unterschiedliche Migrantenselbstorganisationen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und aus unterschiedlichen kulturellen Kreisen, zusammentun, um zu zeigen: Wir setzen uns für eine gemeinsame Sache ein", sagte die 38-Jährige.

Der Verband werde der landesweite Ansprechpartner für Belange und Forderungen der unterschiedlichen Migrantenorganisationen in Nordrhein-Westfalen werden, erklärte die Vorsitzende, Joana Gerdt, in einer Mitteilung.

Mehr als jeder vierte Mensch in Nordrhein-Westfalen hat einen Migrationshintergrund. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes lebten 2017 im Land etwa 17,7 Millionen Menschen, rund 5 Millionen davon mit Migrationshintergrund.

Mehr zum Thema:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0