Drei Punkte: Fridays For Future äußert klare Forderungen an die Politik

Hamburg - Sie protestierten mit Karnevalswagen, auf Rathausplätzen und eigentlich in jeder größeren, deutschen Stadt: Die Schülerbewegung "Fridays for Future" hat sich, gemeinsam mit ihrer Galionsfigur Greta Thunberg, bei ihren Freitagsdemonstrationen während der Schulzeit ordentlich Gehör verschafft (TAG24 berichtete).

Manuela Schwesig (SPD, 3.v.l.), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, hört bei einer "Fridays for Future"-Demonstration einem Redner zu.
Manuela Schwesig (SPD, 3.v.l.), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, hört bei einer "Fridays for Future"-Demonstration einem Redner zu.

Damit hat die junge schwedische Aktivistin Greta Thunberg (16) eine weltweite Klima-Bewegung losgetreten, deren allwöchentliche Schülerdemonstrationen während der Unterrichtszeit seit Monaten auch in Deutschland für Furore sorgen.

Jetzt hat die in regionalen Gruppen organisierte Initiative sich auch überregional formiert und abgestimmt. Dabei herausgekommen ist ein Forderungspapier mit konkreten Anliegen, das heute veröffentlicht wurde.

"Fridays For Future" machte sich bei den Demos bereits öffentlich für die Einhaltung des 1,5 °C–Ziels sowie der Ziele des Klimaabkommens von Paris stark.

Um diese Ziele zu erreichen, fordert die Schüler- und inzwischen teils auch Studentenbewegung, von der Politik, dass bis Ende des Jahres 2019 folgende Maßnahmen ergriffen werden müssen:

  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • Eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen müsse schnell so hoch werden, wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen

Carla Reemtsma, eine Stimme der "Fridays for Future"-Initiative aus Münster, erklärte auf Nachfrage, dass mithilfe des Forderungspapiers nun endlich über die konkreten Forderungen und Klimaziele gesprochen werden soll, anstatt fast ausschließlich über das Schule schwänzen, wie es bei vielen Politikern der Fall gewesen wäre.

Häufig sei die Diskussion um Fehlstunden und der Streik der Schüler Hauptthema in Medien und Öffentlichkeit gewesen. So sollen die eigentlichen Anliegen in den Fokus gerückt werden.

Die Klima-Aktivisten (vlnr.) Svenja Kannt, Sebastian Grieme, Linus Steinmetz und Sana Strahinjic stellen zusammen mit Moderator Tom Patzelt und dem Generaldirektor des Naturkundemuseums, Johanes Vogel, bei einer Pressekonferenz im Sauriersaal des Museums
Die Klima-Aktivisten (vlnr.) Svenja Kannt, Sebastian Grieme, Linus Steinmetz und Sana Strahinjic stellen zusammen mit Moderator Tom Patzelt und dem Generaldirektor des Naturkundemuseums, Johanes Vogel, bei einer Pressekonferenz im Sauriersaal des Museums

Explizit für Deutschland würde das dem Forderungspapier zufolge bedeuten, dass das "Nettonull" für Treibhausgasemissionen bis 2035 erreicht werden müsse.

"Um dies gewährleisten zu können, muss bis zum Jahr 2035 die Energieversorgung vollständig durch erneuerbare Energien erfolgen", schreiben die Klimaaktivisten in ihrer Mitteilung.

"Weiterhin hält 'Fridays For Future' an einem Kohleausstieg bis 2030 fest, mit dem die Bewegung die Kohlekommission Anfang Januar bereits konfrontiert hatte", werden konkrete Ziele der Klimabewegung, die bereits aus dem Demonstrationsgeschehen hervorgingen, wiederholt angemahnt.

Dabei würde das Forderungspapier ganz bewusst nur Ziele und keine Maßnahmen enthalten, heißt es weiter. Trotzdem müsse Deutschland "nach dem Verursacherprinzip" als Industrienation das Ziel Nettonull für Treibhausgasemissionen deutlich früher erreichen als andere Staaten.

Um dies gewährleisten zu können, soll die Politik jetzt handeln. Dabei müsse die Energieversorgung bis zum Jahr 2035 "vollständig durch erneuerbare Energien" erfolgen und an einem Kohleausstieg bis 2030 müsse unbedingt festgehalten werden, proklamiert "Fridays For Future".

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