"Fridays for Future"-Massendemos in Baden-Württemberg

Stuttgart - Viele Tausende Menschen wollen am Freitag in Baden-Württemberg erneut für besseren Klimaschutz demonstrieren - und gegen die Klimapolitik der Bundesregierung auf die Straße gehen.

Demonstranten blockierten den Eingang einer Filiale der "Deutschen Bank" in Stuttgart. (Archivbild)
Demonstranten blockierten den Eingang einer Filiale der "Deutschen Bank" in Stuttgart. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Das Bündnis Fridays for Future ruft nach internationalen Massendemonstrationen im September erneut zum globalen "Klimastreik" auf.

Die größten Demonstrationen im Südwesten werden in Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe erwartet. Aber auch in vielen kleineren Städten wie Baden-Baden, Überlingen, Geislingen an der Steige und Schorndorf soll es nach Angaben der Klimaaktivisten Aktionen geben.

In Stuttgart machen sich um 12 Uhr mehrere Demozüge auf den Weg zu einer zentralen Kundgebung um 13.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Die Stadt Stuttgart warnt vor Straßensperrungen und erheblichen Verkehrsbehinderungen im der gesamten Innenstadt. Auch zahlreiche Stadtbahn- und Buslinien sollen zeitweise unterbrochen werden.

In Freiburg wollen sich die Demonstranten um 10 Uhr am Stadttheater versammeln und durch die Innenstadt ziehen.

Aktionsbündnis "Kesselbambule" will Unternehmen in Stuttgarter Innenstadt blockieren

"Fridays for Future"-Aktivisten bei einem Demonstrationszug am Freitag in Stuttgart.
"Fridays for Future"-Aktivisten bei einem Demonstrationszug am Freitag in Stuttgart.  © Tom Weller/dpa

Die Veranstalter rechnen mit 9000 bis 11.000 Teilnehmern.

Das Aktionsbündnis "Kesselbambule" will nach der Kundgebung erneut ein Unternehmen in der Stuttgarter Innenstadt blockieren, das vom Klimawandel profitiert. Was genau geplant ist, wollten die Organisatoren vorher nicht bekanntgeben.

Im September hatte das Bündnis am Rande der Demo zeitweise den Eingang zu einer Filiale der Deutschen Bank in der Stuttgarter Innenstadt versperrt.

Bundesweit werden Zehntausende Teilnehmer an den Klimademos erwartet. Anlass für die Proteste ist die UN-Klimakonferenz, die am Montag (2. Dezember) in Madrid beginnt. Im Vorfeld des Treffens hatten Vertreter von Fridays for Future der Bundesregierung Untätigkeit vorgeworfen.

Am Freitag soll der Bundesrat über das Klimapaket der Bundesregierung abstimmen. "Das lächerliche Klimapäckchen muss erneuert werden, weil die Bundesregierung damit jegliche Bemühungen im Kampf für Klimagerechtigkeit blockiert", sagt Miriam Siebeck, Schülerin und Demo-Organisatorin in Stuttgart.

Die Aktivisten sprechen zwar von "Streiks". In Deutschland gibt es ein Streikrecht aber nur im Rahmen von Tarifauseinandersetzungen.

Aktionsbündnis "Kesselbambule" blockiert Filiale der BW-Bank

Update 16.37 Uhr: Wie das Aktionsbündnis "Kesselbambule" auf Twitter postete, haben Aktivisten am Freitagnachmittag eine Filiale der BW-Bank in der Stuttgarter Innenstadt kurzzeitig blockiert. Die Begründung: Die Bank sei ein Profiteur der aktuellen Klimakrise, der Kapitalismus sei ein Hauptproblem.

Beim letzten globalen "Klimastreik" hatten Fridays for Future-Anhänger eine Filiale der Deutschen Bank blockiert.

In Stuttgart versammelten sich über 10.000 Aktivisten, in Karlsruhe etwa 5000

Update 16.24 Uhr: Nach Schätzung der Veranstalter kamen in Stuttgart mehr als 10.000 Menschen zusammen. In Karlsruhe waren es nach Polizeiangaben etwa 5000 Teilnehmer. Insgesamt versammelten sich aber deutlich weniger Demonstranten als beim globalen "Klimastreik" im September. "Das ist angesichts der Kälte verständlich", sagte eine Organisatorin von Fridays for Future.

Die Philosophie-Studentin Charlotte von Bonin hatte das Stuttgarter Bündnis von Fridays for Future vor einem Jahr ins Leben gerufen. Sie habe einen Bericht über die Klimaaktivistin Greta Thunberg gesehen und sich gesagt, dass auch etwas in Stuttgart passieren müsse, berichtete die 22-Jährige am Freitag. Dann habe sie ein paar Leute angeschrieben und sie hätten am 30. November zu fünft auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt demonstriert - die erste Klimademo.

Viele demonstrierten am Freitag nicht nur für mehr Klimaschutz, sondern auch für eine Abkehr von übermäßigem Konsum. In der Stuttgarter Innenstadt waren zeitgleich zur Demo anlässlich des Black Fridays zahlreiche Menschen auf der Suche nach Schnäppchen unterwegs.

"Wir streiken statt shoppen", rief von Bonin mit Blick auf den Black Friday. Mit Rabatten zum Black Friday will der Handel den Konsum anheizen. Der Brückentag nach "Thanksgiving" ist ein vorweihnachtliches Shopping-Großereignis in den USA.

Über 8000 Menschen bei Demo in Freiburg

Update 14.12 Uhr: Tausende Menschen sind am Freitag in Freiburg zu einem Demonstrationszug für besseren Klimaschutz zusammengekommen. Vom Platz der Alten Synagoge aus zogen nach Schätzungen der Polizei rund 8500 Menschen durch die Innenstadt.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

Mehr zum Thema Fridays for Future:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0