Sitzenbleiben for Future: Berliner Schüler müssen wohl Klasse wiederholen

Berlin - Mehrere Berlin Schüler wurden darüber unterrichtet, dass sie möglicherweise nicht versetzt werden: Weil sie aufgrund der Freitags-Demos zu viel Unterricht versäumt hätten!

Jeden Freitag gehen junge Menschen auf die Straße um zu demonstrieren, viele versäumen währenddessen den Unterricht. Das könnte nun für manche Folgen haben. Hier zu sehen ist die Aktivistin Clara Meyer (18). (Symbolbild)
Jeden Freitag gehen junge Menschen auf die Straße um zu demonstrieren, viele versäumen währenddessen den Unterricht. Das könnte nun für manche Folgen haben. Hier zu sehen ist die Aktivistin Clara Meyer (18). (Symbolbild)

So soll eine Schülerin des Berliner Lessing-Gymnasiums berichtet haben, dass insgesamt 13 Schülern mit Sitzenbleiben gedroht wurde – wenn sie nicht bis zum Schuljahresende jeden Freitag im Unterricht anwesend wären. Zunächst berichtete darüber die "Berliner Morgenpost".

Auf der Website des Gymnasiums findet sich eine Erklärung des Schulleiters. Darin heißt es unter anderem:

"Als Schulleiter habe ich wiederholt allen Interessierten in den letzten Monaten und Tagen die schulischen Regelungen erklärt."

Die schulischen Regelungen orientierten sich in diesem Fall an dem "Schulgesetz für das Land Berlin und die Ausführungsvorschriften AV Schulbesuchspflicht und AV Aufsicht". Knapp zusammengefasst: Fehlen bzw. eine anzuerkennende Beurlaubung gibt es nur aus ganz besonderen Gründen (beispielsweise religiöse Feiertage).

Ein früher Abflug in den Urlaub oder ähnliches zählen demnach nicht als ausreichende Begründung. Und, zumindest am Berliner Lessing-Gymnasium, gilt selbiges für Demonstrationen jeglicher Art während der Unterrichtszeit.

Konsequenzen für Fridays for Future

Bilder, die jede Woche durch die Medien gehen: Schüler mit Schildern wollen etwas bewegen, in der Welt.
Bilder, die jede Woche durch die Medien gehen: Schüler mit Schildern wollen etwas bewegen, in der Welt.  © Kay Nietfeld/dpa

So habe Schulleiter Michael Wüstenberg die Eltern bereits Anfang des Jahres in zwei Schreiben über die möglichen Konsequenzen der Teilnahme an den "Fridays for Future" informiert. Auch diese sind auf der Website der Schule zu finden.

Aus den Warnungen scheint nun bitterer Ernst zu werden.

Denn: wird beispielsweise ein Unterrichtsfach nur freitags angeboten, werde es "immer mit der Jahrgangsnote ungenügend bewertet, wenn eine Schülerin oder ein Schüler im 2. Schulhalbjahr weniger als sechs Wochen kontinuierlich oder weniger als insgesamt mindestens acht Wochen am Unterricht teilgenommen hat." Im Einzelfall solle nun geprüft werden, ob eine Versetzung dennoch erfolgen könne.

Die betroffenen Schüler selbst scheinen diese Drohungen als Kampfansage aufzunehmen. Aus Protest hielten sie am letzten Donnerstag eine Kundgebung vor der Schule ab.

Zusätzlich wird von Teilnehmern und Anhängern stets argumentiert, dass es bei einem Streik auch genau darum gehe, Opfer zu bringen und zu provozieren.

Oder, wie der Namensgeber der Schule, Gotthold Ephraim Lessing, bereits 1755 niederschrieb: "Es wäre wenig in der Welt unternommen worden, wenn man immer nur auf den Ausgang gesehen hätte."

Rund um den Globus (hier in Rio de Janeiro) streiken Schüler und nehmen Sanktionen in Kauf – für ein Umdenken der Politik in der Klimapolitik.
Rund um den Globus (hier in Rio de Janeiro) streiken Schüler und nehmen Sanktionen in Kauf – für ein Umdenken der Politik in der Klimapolitik.  © Silvia Izquierdo/AP/dpa

Mehr zum Thema Berlin Kultur & Leute:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0