Verlangt Friedhof bald deftige Eintrittspreise für Grab-Besuch?

Hamburg - Der Besuch des Friedhofs Ohlsdorf in Hamburg soll bald Geld kosten. Die Zufahrt auf den größten Parkfriedhof der Welt könnte deswegen mit einer Schranke geregelt werden.

Vor einer Christusstatue auf dem Friedhof Ohlsdorf stehen zahlreiche Kerzen. Der Besuch mit dem Auto soll bald Eintritt kosten.
Vor einer Christusstatue auf dem Friedhof Ohlsdorf stehen zahlreiche Kerzen. Der Besuch mit dem Auto soll bald Eintritt kosten.  © DPA/Fabian Bimmer

Die geplante Gebühr gilt anscheinend nur für Autofahrer, berichtet das Hamburger Wochenblatt.

Im Gespräch sind Preise zwischen 50 Cent und drei Euro, die sich je nach Dauer des Aufenthalts richten.

Wer nur kurz bleibt, zahlt den Höchstpreis, wer lange bleibt, am wenigsten.

Damit soll etwas gegen den starken Durchgangsverkehr unternommen werden, der dort eigentlich verboten ist und eine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Täglich fahren laut Hamburger Morgenpost 5000 Autos über den Friedhof. Zwei Drittel davon nutzen den Weg, um eine Abkürzung von der Bramfelder Chaussee zur Fuhlsbüttler Straße oder umgekehrt zu nehmen.

Allerdings wird der Höchstbetrag wohl auch dann fällig, wenn Angehörige mit dem Auto auf den Friedhof fahren, parken und nur kurz neue Blumen am Grab ihrer Liebsten ablegen.

Noch ist unklar, ob und wann Schranken an der Einfahrt zum Friedhof Ohlsdorf installiert werden. Weitere technische Lösungen werden von der Friedhofsverwaltung diskutiert. Bis Mai sollen Ergebnisse vorliegen und das weitere Vorgehen öffentlich werden.

Update, 13.01 Uhr:

Eine andere diskutierte Möglichkeit, um den Verkehr auf der fast 400 Hektar großen Grünanlage einzuschränken, ist die Installation von Pollern, sagte Lutz Rehkopf.

Der Friedhofsprecher versicherte, dass nicht beabsichtigt sei, mit den Gebühren einen Gewinn zu erzielen oder die Autofahrer "abzuzocken". Es habe jedoch zahlreiche Beschwerden von Bürgern über den Autoverkehr gegeben.

2017 wurden mehr als 5000 Fahrzeuge pro Tag auf dem Friedhof gezählt. Rund 3000 waren Durchfahrer, die den Park als Abkürzung benutzten.

Eine erste Maßnahme gegen den starken Verkehr hat die Friedhofsverwaltung bereits ergriffen. Seit anderthalb Jahren öffnet der Friedhof seine Pforten für Autofahrer eine Stunde später, was nach Angaben von Rehkopf schon zu einer Reduzierung des Verkehrs am Morgen geführt hat.

Eine ähnliche Einschränkung am Nachmittag ist wegen der zahlreichen Trauerfeiern nicht möglich. Kontrollen an der Zufahrt wären schwierig und datenschutzrechtlich heikel.

Update, 14.25 Uhr: Korrektur

Die Friedhofsverwaltung hat ihre Angaben aus dem Update um 13.01 Uhr zwischenzeitlich korrigiert. Es wurden keine 10.000 Fahrzeuge pro Tag auf dem Friedhof gezählt, sondern nur mehr als 5000. Wir haben diese Angaben ebenfalls berichtigt.

Titelfoto: DPA/Fabian Bimmer

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