Gebühr für Grabbesuche: Friedhofs-Maut offenbar beschlossen

Hamburg - Offenbar ist die Maut für den Friedhof Ohlsdorf bereits beschlossen. Es geht jetzt anscheinend nur noch um das Wann und das Wie.

Grabsteine für getötete Soldaten des Ersten Weltkrieges auf dem Friedhof Ohlsdorf.
Grabsteine für getötete Soldaten des Ersten Weltkrieges auf dem Friedhof Ohlsdorf.  © dpa/Maurizio Gambarini

Autofahrer sollen mindestens 50 Cent dafür zahlen, wenn sie auf das Gelände des Friedhofs fahren, berichtet die Bild-Zeitung.

Wer sich unter 30 Minuten aufhält, soll mehr zahlen, ebenso Dauerparker.

Bislang ist noch unklar wie viel, zuletzt waren 3 Euro als Höchstbeitrag im Gespräch.

Das geht aus einer Antwort des Hamburger Senats auf eine Kleine Anfrage der FDP-Abgeordneten Michael Kruse und Kurt Duwe hervor.

Fraktionschef Kruse warf der Umwelt-Behörde daraufhin vor, nicht mit offenen Karten zu spielen.

Denn vor rund zwei Wochen hieß es noch, dass bisher keine Entscheidung über die Gebühr gefallen sei (TAG24 berichtete).

Doch Kruse zeigt sich nach der Antwort des Senats überzeugt: "Die Maut ist längst beschlossen."

Vor einer Christusstatue auf dem Friedhof Ohlsdorf stehen zahlreiche Kerzen. Der Besuch mit dem Auto soll bald Eintritt kosten.
Vor einer Christusstatue auf dem Friedhof Ohlsdorf stehen zahlreiche Kerzen. Der Besuch mit dem Auto soll bald Eintritt kosten.  © DPA/Fabian Bimmer

Das steht so in der Antwort auf die Kleine Anfrage zwar nicht direkt drin, aber Alternativen zur Maut werden der Reihe nach verworfen.

Diese drei Vorschläge hat die Friedhofsverwaltung demnach geprüft:

  • zentrale Schranken oder Poller mit Funksteuerung für Gewerbetreibende und den HVV,
  • digitale Abschnittskontrolle in Kombination mit reduzierter Geschwindigkeit sowie Verkehrsberuhigung und
  • längere Schließzeiten.

Doch bei allen Alternativen sollen die Nachteile überwogen haben, sodass die Maut als einzige Lösung blieb.

Der Senat schreibt dennoch: "Eine endgültige Entscheidung zum Verfahren, mit dem dem Durchgangsverkehr wirksam begegnet werden kann, ist noch nicht getroffen."

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof sind viele Prominente wie der Schauspieler Hans Albers begraben.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof sind viele Prominente wie der Schauspieler Hans Albers begraben.  © DPA/Ulrich Perrey
Auch der Sprecher der Friedhofsverwaltung, Lutz Rehkopf, betonte, es sei noch nichts entschieden, das Prüfverfahren laufe noch.

Außerdem sei unklar, ob überhaupt Schranken am Eingang aufgestellt werden dürften.

Außer der Umweltbehörde müssten Polizei, Verkehrsbehörde, die angrenzenden Bezirke Nord und Wandsbek sowie das Denkmalschutzamt in die Entscheidung einbezogen werden.

Bis Mai soll eigentlich die Prüfung der geplanten Gebühr abgeschlossen sein.

Auslöser für die Maut-Diskussion ist der tägliche Durchgangsverkehr auf dem größten Parkfriedhof der Welt, über den sich Anwohner immer wieder beschwert haben.

Autofahrer nutzen die Wege über das 400 Hektar Gelände trotz Verbot als Abkürzung zwischen den Stadtteilen Ohlsdorf, Wellingsbüttel und Bramfeld.

Täglich sind das rund 3000 von 5000 Autos, die auf den Friedhof fahren.

Die naheliegendste Lösung hat die Friedhofsverwaltung übrigens verworfen: eine komplette Sperrung für den Autoverkehr, wie es andere Großfriedhöfe auf der Welt machen. Dadurch würden Besucher nämlich Komfort verlieren.

Titelfoto: dpa/Maurizio Gambarini

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