Friedhofs-Schänder plündern 22 Urnen und verstreuen Asche

Frank Sch. (29) sitzt bereits im Knast.
Frank Sch. (29) sitzt bereits im Knast.  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Es gibt Kriminelle, denen ist gar nichts mehr heilig: Um an Kupfer zu kommen, plünderten im August 2015 Unbekannte die Urnen-Wand auf dem Chemnitzer Zentralfriedhof. Ab Mittwoch stehen die gewissenlosen Täter vor Gericht.

Für die Angehörigen war es ein Schock: 22 Urnen aus der Wand gebrochen, die Asche teilweise auf der Friedhofswiese verstreut - so fanden Mitarbeiter des Friedhofs den Tatort vor. Der materielle Schaden von 21.000 Euro rückte in den Hintergrund. Es blieb die Frage: Wer macht so was? Die Kripo ermittelte auf Hochtouren. Und hatte Glück: Noch am Tatort fanden die Beamten einen Handschuh.

Ein DNA-Abgleich brachte dann im April 2016 den entscheidenden Treffer: Die Friedhofs-Vandalen sind Frank Sch. (29) und Sven S. (32) - da sind sich die Ermittler sicher. Die Urnen wurden später in einer Lagerhalle entdeckt.

Marika Lang, Sprecherin des Landgerichts: "Beide Angeklagten sind vorbestraft." Und waren leicht zu finden - weil sie wegen anderer Straftaten bereits im März 2016 zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt wurden, saßen beide schon hinter Gittern.

Ab Mittwoch wird wegen Störung der Totenruhe verhandelt. Außerdem muss sich Sven S. noch wegen erpresserischen Menschenraubs verantworten - er soll einen Schuldner aus dem Drogenmilieu gefangen gehalten und von ihm ein Handy und ein Tablet erbeutet haben.

Sven S. (32) finanzierte mit der Beute seine Drogensucht.
Sven S. (32) finanzierte mit der Beute seine Drogensucht.  © Harry Härtel/Haertelpress
An dieser Urnenwand vergingen sich laut Ermittlern die Angeklagten.
An dieser Urnenwand vergingen sich laut Ermittlern die Angeklagten.  © Harry Härtel/Haertelpress

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