Frohe Weihnachten! 216 Häftlinge in Bielefeld auf freiem Fuß

Die Zellen werden zu Weihnachten frühzeitig aufgeschlossen. In Bielefeld durften insgesamt 216 Häftlinge eher gehen.
Die Zellen werden zu Weihnachten frühzeitig aufgeschlossen. In Bielefeld durften insgesamt 216 Häftlinge eher gehen.  © DPA

Bielefeld - In NRW wurden bis Ende November bereits 710 Gefängnisinsassen aus der Haft entlassen (TAG24 berichtete). In der Regel profitieren zwischen 800 und 900 Häftlinge jährlich von der sogenannten Weihnachtsamnestie.

Diese Maßnahme macht die Taten der Insassen vorzeitig vergessen und sorgt dafür, dass sie noch vor Ende ihrer Strafe den Knast verlassen dürfen.

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Senne in Bielefeld gilt als Deutschlands größtes Gefängnis mit offenem Vollzug. Wie das Westfalen-Blatt berichtet, durften hier so viele Häftlinge wie noch nie vorzeitig gehen.

193 Männer und Frauen konnten Weihnachten zu Hause verbringen. Dass die Zahl der Entlassungen dieses Jahr so hoch ist, liegt daran, dass so viele Häftlinge die Kriterien für die Weihnachtsamnestie erfüllt haben.

Sowohl in der JVA Senne als auch Brackwede profitieren die Häftlinge von der Weihnachtsamnestie.
Sowohl in der JVA Senne als auch Brackwede profitieren die Häftlinge von der Weihnachtsamnestie.  © DPA

Einigen von ihnen stand beispielsweise ohnehin die Entlassung kurz bevor. Gute Chancen hatte außerdem, gegen wen keine Disziplinarmaßnahmen verhängt wurden.

Auch ein Großteil der Häftlinge, die weiterhin im offenen Vollzug sind, durfte die Feiertage zu Hause bei der Familie verbringen. In Gefängniskreisen wird das als "Langzeitausgang" bezeichnet.

Aktuell sitzen etwa 1470 Straftäter in der JVA Senne ein. Gut 80 davon sind weiblich.

Härtere Bedingungen gelten für Häftlinge im geschlossenen Vollzug. Martin Wulfert, stellvertretender Leiter der JVA Brackwede, erklärt gegenüber der Zeitung, dass solche Begünstigungen dort kaum eine Rolle spielen.

Trotzdem gibt es auch in Brackwede Ausnahmen. Wer mindestens einen Monat gesessen hat und sowieso bald entlassen worden wäre, durfte sich hier über die Weihnachtsamnestie freuen.

17 Männer und sechs Frauen gehörten dieses Mal zu den Glücklichen. Mit 471 einsitzenden Männern und 59 Frauen ist die Haftanstalt laut Wulfert sowieso "voll belegt".

Wer es nicht vorzeitig nach Hause geschafft hat, durfte sich zumindest über ein besonderes Essen, eine Weihnachtsfeier und seelsorgerische Betreuung freuen.


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