Horrorunfall: Leipziger frontal von Geisterfahrer erfasst

Dass Stefan Ritter aus diesem Audi-Wrack lebend herausgekommen ist, grenzt beinahe an ein Wunder.
Dass Stefan Ritter aus diesem Audi-Wrack lebend herausgekommen ist, grenzt beinahe an ein Wunder.

Leipzig - Stefan Ritter (47) muss einen riesen Schutzengel haben. Am 11. August überlebt er wie durch ein Wunder einen Frontalcrash mit einem Geisterfahrer. Gebrochene Rippen, drei Tage Intensivstation - aber er lebt. "Ich hatte unfassbares Glück!" sagt er.

Alles passiert so schnell. "Ich dachte, das war's!" sind die ersten Gedanken des 47-jährigen Leipzigers am Unfalltag. Auf der A38 Richtung Göttingen kommt ihm auf dem Heimweg nahe der Abfahrt Neue Harth plötzlich ein blauer Kleinwagen entgegen. Der Kleintransporter vor ihm kann einen Zusammenstoß verhindern, fährt in die Leitplanke.

Er aber hat keine Chance Auszuweichen; sein Bremsversuch kommt zu spät. Die beiden Fahrzeuge knallen frontal zusammen.

Der Geisterfahrer (64) überlebt den Unfall nicht; Stefan Ritter wird mit schweren Verletzungen im Brustbereich ins Krankenhaus eingeliefert. Drei Tage verbringt er auf der Intensivstation.

Der Gedanke ans Autofahren fällt ihm noch schwer. Doch er weiß, eines Tages wird er sich wieder hinters Lenkrad setzen müssen.
Der Gedanke ans Autofahren fällt ihm noch schwer. Doch er weiß, eines Tages wird er sich wieder hinters Lenkrad setzen müssen.

Auch zwei Wochen später hat er noch starke Schmerzen, das Atmen, Niesen und Husten fällt ihm schwer. Mit einem Klinikator muss er weiterhin seine Lunge trainieren. "Die [fünf] gebrochenen Rippen drücken auf Herz und Lunge. Das tut noch weh, sehr weh."

Doch neben den körperlichen Folgen kämpft der Vater von drei Kindern auch mit den seelischen. "Ich habe die Bilder immer wieder vor Augen und frage mich, warum das passiert ist."

An den Moment des Unfalls erinnert er sich noch ganz deutlich: "Ich hatte das Auto nicht erkannt, weil es so schnell war. Ich konnte gar nichts machen. Es war wie ein Traum, ich habe mich einfach konzentriert: Hände aufs Lenkrad, Füße auf die Bremse."

Sein erster Gedanke: "Das war's!"

Doch dann die Erkenntnis: "Ich lebe noch, meine Zeit war noch nicht gekommen. Ich habe drei Kinder, die brauchen mich noch."

Fünf seiner Rippen brachen bei dem Unfall. Drei Tage Intensivstation folgten. Dennoch ist Stefan Ritter froh, den Unfall überlebt zu haben.
Fünf seiner Rippen brachen bei dem Unfall. Drei Tage Intensivstation folgten. Dennoch ist Stefan Ritter froh, den Unfall überlebt zu haben.

Sein Glück kann er kaum fassen. Den 11. August werde er in Zukunft wie seinen zweiten Geburtstag feiern. "Das war der glücklichste Tag in meinem Leben!"

Den Unfall selbst kann er sich allerdings nicht erklären, grübelt seitdem, ob der Fahrer absichtlich oder aus gesundheitlichen Gründen auf der falschen Seite unterwegs war. "Ich dachte, 500 Meter - okay, das kann passieren. Aber dass der Mann schon ein paar Kilometer auf der falschen Spur gefahren ist..."

Die Ermittlungen der Polizei laufen derweil weiter. Denn auch die Polizei konnte in ihren bisherigen Untersuchungen nicht feststellen, wie es zu der Geisterfahrt kam. Polizeisprecherin Maria Braunsdorf bestätigt: "Wir haben deshalb ein Dekra-Gutachten in Auftrag gegeben.

Allerdings ist es generell schwer das Motiv des Mannes zu ermitteln, wenn er selbst nicht mehr am Leben ist."

Selber wieder Autofahren - das wird ihm schwerfallen. Dennoch wird er nicht darum herumkommen. "Meine Frau hat keinen Führerschein, natürlich muss ich weiterhin fahren." Ein wenig Angst habe er schon, gesteht er.

Er wird es langsam angehen lassen; der erste Schritt wird sein, sich überhaupt erstmal wieder hinter den Lenker zu setzen.

Fotos: DREIFILM


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