Er hat's nachgerechnet: Fast alle Sachsen feiern zu früh Silvester

André Kaiser läutet das neue Jahr in Hartha nicht nur um Mitternacht ein.
André Kaiser läutet das neue Jahr in Hartha nicht nur um Mitternacht ein.

Von Antje Meier

Dresden - Punkt Mitternacht knallen an Silvester wieder die Korken. Die Menschen liegen sich in den Armen und wünschen sich ein „gesundes, neues Jahr!“

Doch nimmt man es ganz genau, stoßen die allermeisten Sachsen zu früh an. Denn Zeit ist nicht gleich Zeit ... Deshalb wird André Kaiser (44), Ortsvorsteher im Kurort Hartha, gleich mehrmals in der Silvesternacht die Friedensglocke auf dem Hartheberg läuten.

Einmal klassisch um Mitternacht. Aber auch 5 Minuten und 49 Sekunden später - zur Mittleren Ortszeit (MOZ) und dann noch einmal 9 Minuten nach Zwölf. Denn erst dann ist nach der „Wahren Ortszeit“ (WOZ) das neue Jahr erreicht.

Die Ortszeit ergibt sich dabei aus dem Stand der Sonne. „Die wahre Ortszeit verändert sich aber in jedem Jahr.

Bei der mittleren Ortszeit klammert man diese Ungleichheiten aus“, erklärt André Kaiser, der erstmals zur Jahrtausendwende die Ortszeiten für Hartha ausrechnen ließ. Er weiß: „Pünktlich feiern nur die Görlitzer.“ Denn durch die Stadt verläuft der 15. Längengrad, der die Mitteleuropäische Zeit festlegt. Von da aus verschiebt sich die wahre Zeit pro Kilometer in westliche Richtung um etwa drei Sekunden.

So dürften die Dresdner nach MOZ erst 5 Minuten und 3 Sekunden (Altmarkt) nach Mitternacht das neue Jahr begrüßen, die Chemnitzer 8 Minuten und 18 Sekunden (Stadthalle) und die Leipziger 10 Minuten und 29 Sekunden (Hauptbahnhof) später.

Warum es also nicht den Harthaern gleich tun und Silvester einfach mehrfach anstoßen?

NA DANN - GUTEN RUTSCH!

Das sind die "echten" Anstoß-Zeiten zu Silvester.
Das sind die "echten" Anstoß-Zeiten zu Silvester.

Foto: Thomas Türpe


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