Rührei oder Brötchen? Was das Frühstück mit unserem Verhalten macht

Was morgens auf den Teller kommt, wirkt sich stärker auf unser Verhalten aus, als bisher angenommen.
Was morgens auf den Teller kommt, wirkt sich stärker auf unser Verhalten aus, als bisher angenommen.  © 123RF

Lübeck/München/London - Und was kommt bei Euch so morgens auf den Teller? Rührei mit Schinken, Nutella-Brötchen oder doch nur ein grüner Smoothie? Wusstet Ihr, dass sich das Frühstück noch auf etwas anderes auswirkt als Eure Linie?

Wie eine Studie von Sozialpsychologen und Neurowissenschaftlern nun zeigt, entscheidet die morgendliche Nahrungsaufnahme nämlich darüber, wie sensibel wir für den Rest des Tages sind!

87 Menschen wurden aufgefordert, den Forschern zu erzählen, was sie so gefrühstückt haben. Bei manchen waren es Baked Beans mit Würstchen, andere löffelten Joghurt mit frischen Beeren, und wieder andere stopften sich Buttercroissants mit Honig rein. Und die, die besonders kohlenhydratreich aßen, reagieren bei einem Test ganz anders als die, deren Frühstück viele Proteine enthielt.

Getestet wurden die Reaktionen auf Ungerechtigkeit. Wie? Durch das sogenannte Ultimatum-Spiel. Dabei wird einem Probanten ein Geldbetrag gegeben. Diesen soll er beliebig zwischen sich und einem weiteren Probanden aufteilen.

Hält dieser die Aufteilung für fair, kann er das Angebot annehmen. Findet er es unfair, weil er weniger Geld als Proband Nummer 1 erhält, kann er ablehnen. Dann bekommt niemand Geld.

Der Grund für die Reaktionen ist der Tyrosinspiegel im Blut. Tyrosin kann in in Dopamin umgewandelt werden.
Der Grund für die Reaktionen ist der Tyrosinspiegel im Blut. Tyrosin kann in in Dopamin umgewandelt werden.  © 123RF

Bei der Studie stellte sich heraus, dass Menschen, die viele Proteine gefrühstückt hatten, auch unfaire Angebote annehmen.

Wer hingegen ordentlich Müsli, Brot und Co. gegessen hatte, also viele Kohlehydrate, stellte sich quer, wenn ihm der Geldbetrag nicht passte. Getreidekonsumenten reagieren also viel sensibler auf Unfairness.

Das hat mit dem Belohnungssystem im Gehirn zu tun, für das Botenstoffe wie Dopamin eine Rolle spielen.

Dopamin kann durch umgebautes Tyrosin entstehen. Je mehr Kohlenhydrate gegessen werden, desto niedriger ist der Tyrosinspiegel im Blut. „Wir konnten zeigen, dass die Veränderung des Tyrosinspiegels in einem direkten Zusammenhang mit den Reaktionen auf unfaire Angebote steht“, so die Forscher in ihrem Bericht.

Was bedeutet das im Alltag? Wer viel Fett und Eiweiß frühstückt, knickt schneller ein und lässt sich unfairer behandeln. Wer taff sein will, sollte also auf Getreide umsteigen. Die Wissenschaftler schlagen deshalb vor, das Essen in Schulen und Kantinen ausgewogener abzustimmen.


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