"Daran werden wir gemessen": FSV kehrt zur Eigenvermarktung zurück

Zwickau - Was die Spatzen schon vor zwei Monaten von den Dächern pfiffen, ist seit dieser Woche Gewissheit. Der FSV Zwickau und Vermarkter U! Sports lösen ihre erst im Juli 2017 besiegelte langfristige Partnerschaft mit sofortiger Wirkung auf. Die Vollzugsmeldung erfolgte still und heimlich.

FSV-Geschäftsführer Christian Breiner ist überzeugt, dass der Verein sich auch selbst vermarkten kann.
FSV-Geschäftsführer Christian Breiner ist überzeugt, dass der Verein sich auch selbst vermarkten kann.  © Picture Point

Vor reichlich 20 Monaten wurde U! Sports noch mit großem Brimborium vorgestellt. Diesmal gab es nicht einmal eine Pressemitteilung. Lediglich in einem Sponsorenbrief informierte der Drittligist Anfang der Woche über die erfolgte Trennung.

"Seit letztem November haben wir die Kooperation überprüft. Die Gespräche dazu verliefen offen, fair und respektvoll und letztlich folgte die einvernehmliche Auflösung der bestehenden Partnerschaft", berichtet Christian Breiner, kaufmännischer Geschäftsführer des FSV Zwickau.

Ein Gesprächsthema waren die noch bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber U! Sports. Im Zuge der diesjährigen Nachlizenzierung hatte der Vermarkter zugestimmt, dass Provisionszahlungen von circa 295000 Euro vorerst gestundet werden. "Die gesamten Verbindlichkeiten bewegen sich im sechsstelligen Bereich und werden gestreckt auf mehrere Jahre zurückgezahlt", spricht Breiner von einem guten Deal.

Nun stellt sich die Gretchenfrage: Kann der FSV innerhalb kürzester Zeit wieder eine Eigenvermarktung auf die Beine stellen, die gleich hohe Sponsoringeinnahmen (ca. 2,7 Mio. Euro) generiert und das bei gleichen oder gar geringeren Kosten?

"Vier Mitarbeiter werden sich künftig um die Vermarktung kümmern. Ziel ist es, den aktuellen Sponsorenpool zu halten und bis Ende Mai die in den Lizenzunterlagen für 2019/20 aufgeführten Verträge nachzuweisen. Daran werden wir auch gemessen. Gleichzeitig rechnen wir künftig mit jährlichen Kostenersparnissen im sechsstelligen Rahmen", so Breiner.

Im Juli 2017 blickten FSV-Boss Tobias Leege und Arndt Jaworski, Geschäftsführer der U! Sports GmbH, noch zuversichtlich in die Zukunft. Nur zweieinhalb Jahre später ist die langfristige Kooperation passé.
Im Juli 2017 blickten FSV-Boss Tobias Leege und Arndt Jaworski, Geschäftsführer der U! Sports GmbH, noch zuversichtlich in die Zukunft. Nur zweieinhalb Jahre später ist die langfristige Kooperation passé.  © FSV Zwickau

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