Alte Liebe rostet nicht: Aber Gefühle für FSV-Coach Enochs zweitrangig!

Zwickau – Die Emotionen haben sich bei Joe Enochs in den letzten Tagen in Grenzen gehalten. Die heutige Partie gegen den VfL Osnabrück ist für den US-Amerikaner "business as usual" - nicht mehr und nicht weniger.

Lang, lang ist's her! Der heutige FSV-Coach Joe Enochs (l.) bestreitet hier als Spieler des VfL Osnabrück einen Zweikampf mit dem damaligen St. Paulianer Ahmet Kuru.
Lang, lang ist's her! Der heutige FSV-Coach Joe Enochs (l.) bestreitet hier als Spieler des VfL Osnabrück einen Zweikampf mit dem damaligen St. Paulianer Ahmet Kuru.  © Imago

"Große Gefühle habe ich in den letzten Tagen nicht gehabt, sondern mich mehr auf uns konzentriert", betont Enochs.

Dabei hat er den VfL Osnabrück von 1996 bis 2017 als Spieler, Jugendcoach und Cheftrainer mitgeprägt. Mit 388 Einsätzen in Liga, Relegation und DFB-Pokal ist der smarte US-Boy Rekordspieler und Kultfigur in einem.

Im Stadion gibt es die "Joe Enochs Kindertribüne" und in der Stadt betrieb er bis vor fünf Jahren die "Enochs-Bar". Der jetzige VfL-Coach Daniel Thioune wohnte zwei Straßen entfernt in der gleichen Siedlung.

"Unsere jüngsten Kinder sind gemeinsam in die Schule gegangen", erzählt Enochs.

Osnabrück und er, das passte bis zur Beurlaubung im Oktober 2017 wie die Faust aufs Auge. "Ich fand, dass damals einige Sachen im Umgang mit mir nicht in Ordnung waren. Aber am Ende bin ich froh, jetzt in Zwickau zu sein und mir niemand nachsagt, der Joe kann nur Osnabrück", meint Enochs.

Dass er auch Zwickau kann, soll das heutige Duell zeigen. "Wir wollen drei Punkte. Das muss nach den letzten Spielen, in denen nicht viel gelungen ist, das Ziel sein", behält sich Enochs deswegen taktische Änderungen vor:

"Um zielstrebiger und mit mehr Offensivkraft zu agieren, ist die Umstellung auf zwei Stürmer eine Option."

Osnabrücks Trainer Daniel Thioune.
Osnabrücks Trainer Daniel Thioune.  © DPA