Vogel schießt FSV ab: "Als habe der Ball Flügel"

Zwickau - Für den FSV Zwickau war es am Sonnabend ein gebrauchter Nachmittag. Das 1:2 gegen den KFC Uerdingen war deprimierend. Es war eine verdiente Niederlage, da braucht man nicht lange herumzureden. Lediglich zwischen der 59. und der 73. Spielminute war Zwickau am Drücker - zu wenig für ein Heimspiel!

FSV-Coach Joe Enochs nahm seine Truppe nach der bitteren Heimniederlage sofort zusammmen, um sie wieder aufzubauen.
FSV-Coach Joe Enochs nahm seine Truppe nach der bitteren Heimniederlage sofort zusammmen, um sie wieder aufzubauen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Uerdingens Trainer Heiko Vogel beantwortete nach der Pressekonferenz noch in aller Ruhe die Fragen der auswärtigen Pressekollegen, bevor es auf die achtstündige Rückfahrt gen Krefeld ging.

Die Erleichterung, durch Tore von Tom Boere (32.) und Christian Dorda (90.+2) nach acht sieglosen Spielen wieder einmal die Oberhand behalten zu haben, war dem Gästecoach anzumerken.

Man hörte sie heraus, als er in lockerer Art das Spiel resümierte. "Ab der ersten Minute schien es, als habe der Ball Flügel. Zur Pause hatte ich fast eine Genickstarre", scherzte Vogel, bevor er ernst wurde: "Ich bin davon ausgegangen, dass Ronny König startet. Das hätte uns bei seiner Körpergröße vor Probleme gestellt."

FSV-Coach Joe Enochs entschied sich allerdings für Elias Huth und Gerrit Wegkamp als Sturmspitzen. Sie sollten mit ihrem Tempo für Läufe in die Tiefe sorgen. Doch dazu kam es nur äußerst selten, weil der Ball gefühlt häufiger in der Luft als am Boden war. Uerdingen nahm dieses Geschenk dankend an. Das Gegenpressing hielten die Rheinländer reichlich eine Stunde in Schach. Und wann immer nötig, rückte der erfahrene KFC-Kapitän Jan Kirchhoff von der "Sechs" nach hinten. Er verlieh der Viererkette durch sein Stellungsspiel Stabilität und sorgte mit 1,95 Metern Körpergröße für die nötige Lufthoheit.

Zwei ganz erfahrene Kicker im Duell: Uerdingens Jan Kirchhoff (l.) gegen Zwickaus Ronny König.
Zwei ganz erfahrene Kicker im Duell: Uerdingens Jan Kirchhoff (l.) gegen Zwickaus Ronny König.  © Picture Point/Gabor Krieg

Erst mit der Einwechslung von Ronny König in der 56. Spielminute wurde Zwickau ein ebenbürtiger Gegner. "Uerdingen stand defensiv gut, baute eine Fünferkette auf, durch die ein Durchkommen schwer war - erst recht in Rückstand. Trotzdem haben wir an uns geglaubt und den Ausgleich gemacht. Das 1:2 in der Nachspielzeit war natürlich bitter", meinte ein zerknirschter Ronny König. "Wir sind nicht ins Spiel gekommen, weil die Bälle nur hin und her flogen und es nicht zu Zweikämpfen kam." Genau das spielte technisch versierteren Uerdingern in die Karten - bis der 36-Jährige kam. Mit seiner bloßen Anwesenheit sorgte König für Belebung und leitete fast die Trendwende ein.

Es blieb zwar nur beim zwischenzeitlichen 1:1 durch Maurice Hehne (70.), doch das, was König zur Offensive beitrug, war mehr als alle anderen Zwickauer bis zur 59. Minute zustande brachten.

Bei KFC-Coach Heiko Vogel ging der Blick meist nach oben...
Bei KFC-Coach Heiko Vogel ging der Blick meist nach oben...  © Picture Point/Gabor Krieg

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