Fünf Gründe, warum Aue die Rote Laterne hat

Von Thomas Nahrendorf

AUE - Zum sechsten Mal ist Aue in dieser Saison Schlusslicht. Nach sechs Spielen und vier Niederlagen in Folge die logische Konsequenz. Noch nie in zehn Jahren 2. Liga hatte der FCE nach 16 Partien so wenig Punkte. Alarmstufe lila! Aber wo liegen die Gründe? Die MOPO hat fünf rausgefiltert.

Michael Fink war nach den letzten Pleiten stinksauer.
Michael Fink war nach den letzten Pleiten stinksauer.

Der Fehlstart

Die ersten fünf Partien gingen völlig in die Hose - 0 Punkte, 1:10 Tore.

Nach der 0:3-Pleite daheim gegen Düsseldorf musste Falko Götz seinen Hut nehmen.

Der Katastrophenstart hängt nach. Tommy Stipic holte in seinen zwölf Partie zwölf Punkte. Seit vier Partien aber eben gar keinen mehr.

Die Altersstruktur

Mit René Klingbeil (33), Thomas Paulus (32) und Michael Fink (31) standen drei Ü30er in Lautern in der Startelf. Frank Löning (33) und Oliver Schröder (34) fehlten nur, weil sie verletzt sind.

Die Mannschaft ist zu alt und vielen Fällen auch zu langsam. Das zeigten in Lautern Jean Zimmer und Willi Orban, die machen konnten, was sie wollten.

René Klingbeil (rechts) ist als Kapitän in der jetzigen Situation gefragt. Doch momentan kann er sportlich und verbal keinen mitreißen.
René Klingbeil (rechts) ist als Kapitän in der jetzigen Situation gefragt. Doch momentan kann er sportlich und verbal keinen mitreißen.

Das Personal

Klar, Aue hat mit den Verkäufen von Jakub Sylvestr und Guido Kocer 2,3 Millionen Euro eingenommen. Doch wer wurde geholt? Von den Neuzugängen überzeugen nur Stipe Vucur und mit Abstrichen Romario Kortzorg, der Rest ist schmückendes Beiwerk.

Rubin Okotie (27), Simon Terodde (26/beide schon 10 Tore), Casper Przybylko (21), Hiroki Yamada (25) - alle waren auf dem Markt, sind jung und bezahlbar. Sie standen im Mai auf dem Zettel. Warum wurden sie nicht geholt?

Die Sturmflaute

Drei Stürmertore sprechen eine deutliche Sprache. Dort hapert es am meisten.

Oft hängen die Kicker an vorderster Front auch in der Luft, weil aus dem Mittelfeld nix kommt.

Auch Trainer Tomislav Stipic kommt ganz selten ein kritisches Wort über die Lippen.
Auch Trainer Tomislav Stipic kommt ganz selten ein kritisches Wort über die Lippen.

Die fehlende Selbstkritik

Und da trifft es nicht nur einen, sondern fast die gesamte Mannschaft plus Trainer.

Sie verkennen die Situation, lügen sich in die Taschen, sahen in Lautern in der zweiten Hälfte sogar ein gutes Spiel. Es ist keiner da, der auf den Tisch haut, aufräumt, Farbe bekennt. Sprüche und Lippenbekenntnisse, mehr nicht.

Alle verstecken sich, haben Angst.

Es fehlen Typen, wie es Tobias Nickenig einer war. Aue ist nicht umsonst das fairste Team der ganzen Liga

Fotos: Picture Point, Dehli-News


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