Fünf Masern-Fälle in Thüringen: Ausbruch in Flüchtlingsheim 

In Thüringen sind nach Angaben des Sozialministeriums in diesem Jahr bislang fünf Masern-Fälle registriert worden. 
In Thüringen sind nach Angaben des Sozialministeriums in diesem Jahr bislang fünf Masern-Fälle registriert worden. 

Erfurt/Gera - In Thüringen sind nach Angaben des Sozialministeriums in diesem Jahr bislang fünf Masern-Fälle registriert worden. 

Vier davon seien erst kürzlich in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Gera aufgetreten, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Kinder einer neu angekommenen Asylbewerberfamilie aus Tschetschenien im Kaukasus seien erkrankt. 

Die Einrichtung nimmt deshalb zur Zeit keine neuen Flüchtlinge auf. Das zuständige Gesundheitsamt hat zudem einen befristeten Verlegungsstopp verhängt. Masern sind hoch ansteckend. Den letzten großen Ausbruch in Thüringen hatte es 2015 gegeben.

Das Gesundheitsamt habe die Erkrankten isoliert, Kontaktpersonen ermittelt und Flüchtlinge geimpft, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Laut Migrationsministerium gilt der Aufnahmestopp in Gera zunächst bis zum 30. August. 

Neuankömmlinge werden derzeit gleich in die Landeserstaufnahmestelle Suhl gebracht. "Das ist unproblematisch, weil wir genügend Platz haben", sagte Sprecher Oliver Will. Die Zahl der nach Thüringen gekommenenen Flüchtlinge war zuletzt stark gesunken.

Das Berliner Robert-Koch-Institut hatte kürzlich auf das vermehrte Auftreten von Masern bei Asylsuchenden aus dem Nordkaukasus hingewiesen. Das Thüringer Sozialministerium hat daraufhin nach eigenen Angaben Ärzte und Krankenhäuser in Thüringen für die Problematik sensibilisiert.

2015 hatten sich in Thüringen rund 170 Menschen mit Masern infiziert, die meisten davon in Erfurt. Dort war eine als impfkritisch geltende Schule Ausgangspunkt. Masern werden durch Viren verursacht, durch Tröpfchen - wie beim Husten oder Niesen - übertragen, führen zu Fieber und rotem Hautausschlag. 

Gefürchtet sind Komplikationen wie Hirnentzündungen, die tödlich enden können. Als Folgeschäden können geistige Behinderungen oder Lähmungen. 


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