Flüchtlinge in Sachsen: Fünf Fragen, fünf Antworten

Sachsens oberster Asyl-Manager: Dirk Diedrichs (52).
Sachsens oberster Asyl-Manager: Dirk Diedrichs (52).

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Die Zahl der Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Griechenland kommen, ist stark zurückgegangen. Offenbar wegen des schlechten Wetters. Doch hierzulande ist davon noch nichts zu spüren.

MOPO24 beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zur aktuellen Entwicklung.

Wie viele Asylbewerber kommen derzeit nach Sachsen? Der Zustrom von Flüchtlingen hält an. Täglich kommen 600 bis 700 von ihnen nach Sachsen, so das Innenministerium. Sie werden in den Erstaufnahme-Einrichtungen untergebracht.

Reichen die Plätze dort aus? Derzeit gibt es 17.042 Plätze in der Erstaufnahme. Über 14.000 davon sind belegt. "Es ist also ein gewisser Puffer vorhanden, den wir mit Blick auf die Feiertage und unvorhergesehene Zugänge auch brauchen", so Dirk Diedrichs (52), Leiter der Stabsstelle Asyl im Innenministerium. Weitere Einrichtungen sind geplant.

Abschiebung vom Flughafen Leipzig/Halle: Sachsen setzt auf Sammelcharter.
Abschiebung vom Flughafen Leipzig/Halle: Sachsen setzt auf Sammelcharter.

Wie läuft die Weiterleitung der Flüchtlinge? Kreise und Kommunen müssen vermehrt Flüchtlinge vom Freistaat aufnehmen. Von etwa 2000 pro Woche soll die Zahl bis Jahresende auf 3200 steigen. Die Kreise fürchten, bald wie der Freistaat Turnhallen nutzen zu müssen. Der Stadt Leipzig fehlen laut MDR bis Jahresende 3000 Plätze.

Werden mehr Menschen abgeschoben? Sachsen setzt verstärkt auf Sammel-Charter mit anderen Bundesländern. So wurden am Donnerstag sechs Albaner von Düsseldorf aus abgeschoben. Dieses Jahr wurden aus Sachsen bislang etwa 1300 Personen abgeschoben. 2014 waren es 1037.

Was ist aus der Beratung für Rückkehrwillige geworden? Das Rote Kreuz (DRK) berät mit finanzieller Unterstützung des Innenministeriums verstärkt rückkehrwillige Asylbewerber. Drei Mitarbeiter gibt es in Chemnitz. Zudem bieten vier Mitarbeiter Beratung in allen Erstaufnahmeeinrichtungen an. 2015 gingen bei bisher 500 Beratungsfällen 150 zurück, so DRK-Chef Rüdiger Unger (54). Die Betroffenen bekommen etwa die Reisekosten erstattet. Über ein Förderprogramm sind Starthilfen möglich.

Mittlerweile gibt es schon mehr als 17 000 Erstaufnahmeplätze in Sachsen - Rekord. So wie hier in Dresden.
Mittlerweile gibt es schon mehr als 17 000 Erstaufnahmeplätze in Sachsen - Rekord. So wie hier in Dresden.
Die Flüchtlinge sind auf Spenden angewiesen. Hier ein Lager in der Erstaufnahme Nöthnitzer Straße in Dresden.
Die Flüchtlinge sind auf Spenden angewiesen. Hier ein Lager in der Erstaufnahme Nöthnitzer Straße in Dresden.

Fotos: Steffen Füssel (1), DRK (2), dpa/Sebastian Willnow (1)


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