Fünfeinhalb Jahre Haft für Hassprediger

Der Salafistenprediger Sven Lau am 6.9.2016 vor Prozessbeginn im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in Düsseldorf.
Der Salafistenprediger Sven Lau am 6.9.2016 vor Prozessbeginn im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in Düsseldorf.  © DPA

London/Düsseldorf - Zwei islamistische Hassprediger sind in Großbritannien zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. 

Das entschied das zuständige Gericht in London am Dienstag. Anjem Choudary (49) und Mohammed Mizanur Rahman (33) sollen zur Unterstützung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgerufen haben. 

Der Schuldspruch war bereits Mitte August ergangen.

In Predigten und Vorträgen auf der Internet-Plattform Youtube sollen sie die Terrorherrschaft des IS als legitim bezeichnet haben und zur Unterstützung für die Terroristen aufgerufen haben.

Sicherheitsbehörden zufolge spielte Choudary bereits seit einigen Jahren eine führende Rolle bei der Radikalisierung junger Muslime in Großbritannien. 

Mehrere verurteilte Terroristen sollen von ihm beeinflusst worden sein. 

Zwei islamistische Hassprediger wurden in Großbritannien zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. 
Zwei islamistische Hassprediger wurden in Großbritannien zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. 

Unter anderem zwei Islamisten, die im Mai 2013 einen britischen Soldaten in London mit einem Messer und einem Fleischerbeil ermordeten. Auf Twitter hat Choudary mehr als 30.000 Anhänger.

Am heutigen Dienstag hat vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht der Prozess gegen den bundesweit bekannten Islamisten Sven Lau begonnen.

Die Bundesanwaltschaft hat den 35-Jährigen wegen Unterstützung der islamistischen Terrormiliz Jamwa ("Armee der Auswanderer und Helfer") angeklagt. Lau habe "unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe die Terrorgruppe unterstützt", sagte Staatsanwalt Malte Merz. "Sein Netzwerk reicht von hier bis Syrien."

Lau könnte nach Angaben des Vorsitzenden Richters Frank Schreiber sogar als Terrorist des "Islamischen Staats" (IS) verurteilt werden. 

Die Jamwa soll eng an den IS angebunden und später in ihm aufgegangen sein. 

Dem 35-Jährigen drohen nach Angaben des Gerichts als Gesamtstrafe bis zu 15 Jahre Haft. Seit neun Monaten sitzt er in Untersuchungshaft.


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