6000 Fische weg! Anschlag auf Forellenzucht.

Binnenfischer Ferdinand Schwarze (23) zeigt wo und wie die Netze entfernt worden sind.
Binnenfischer Ferdinand Schwarze (23) zeigt wo und wie die Netze entfernt worden sind.

Von Alexander Bischoff

Borna - Vier Wochen vor Weihnachten haben Unbekannte einen gemeinen Anschlag auf Sachsens größte Forellenzucht verübt. Festtagsfische im Wert von 25.000 Euro verschwanden.

Fischer Jürgen Etzold (56) steht fassungslos am Ufer der Bornaer „Adria“, wie das in den 70er-Jahren geflutete Tagebaurestloch im Volksmund genannt wird.

Seit dem Frühjahr hatte er in der Mitte des 300 Hektar großen Sees in einem riesigen Rundnetz etwa 6000 Forellen großgefüttert - von jeweils zehn auf etwa 400 Gramm Verkaufsgewicht. „Die waren fürs Weihnachtsgeschäft“, sagt er.

Jetzt sind alle Fische weg - weil Unbekannte über Nacht das Netz zerstörten.

Für Jürgen Etzold (56) und seine vier Mitarbeiter geht es nun um die Existenz.
Für Jürgen Etzold (56) und seine vier Mitarbeiter geht es nun um die Existenz.

Was die Forellen freut, ist ein herber Schlag für Etzold. Denn auch in der Binnenfischerei werden zum Jahresende die besten Geschäfte gemacht.

Rund 25.000 Euro Umsatz sind dem Fischereibetrieb im Landkreis Leipzig nun mit einem Schlag weggebrochen. Ein Schaden, für den keine Versicherung aufkommt.

Für Etzold, der vier Mitarbeiter beschäftigt, existenzbedrohend!

Was den Fischer ärgert: „Das war nicht der erste Anschlag, fast jedes Jahr werden uns Netze zerschnitten.“ Die Ermittlungen der Polizei verliefen immer im Sande.

Wer steckt hinter den Anschlägen? „Wir haben bisher keine Erkenntnisse“, sagt Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. „Irgendwelche Vollidioten, die nun in aller Ruhe Forellen angeln wollen“, meint Etzold.

Seine Fische selbst einfangen kann er nicht: „Der See ist viel zu groß.“

Fotos: Fotojump


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