Für mehr Sicherheit: Erste sächsische Stadt führt diese Kameras ein!

Innenminister Markus Ulbig (53, CDU) neben einer gewöhnlichen Kamera 
(Camouflage-Optik) und der neuen Laser-Kamera in Weiß.
Innenminister Markus Ulbig (53, CDU) neben einer gewöhnlichen Kamera (Camouflage-Optik) und der neuen Laser-Kamera in Weiß.  © Eric Münch

Görlitz - Das gab’s noch nie in Sachsen: In der Görlitzer Altstadt installiert die Polizei Kameras zur Videoüberwachung, die auch hochauflösende Aufnahmen von Gesichtern machen! Innenminister Markus Ulbig (53, CDU) hat das Pilotprojekt initiiert, will so für mehr Sicherheit sorgen.

Dieser modernen Laser-Kamera entgeht (fast) nichts! Egal ob Schnee, Nebel, oder Nacht - ihre Aufnahmen sind so klar als wäre hellster Tag.

Bis zu einem Kilometer entfernte Autos mit bis zu 200 Stundenkilometern fängt sie ein, kommt durch Windschutzscheiben, lässt sich nicht von Gegenlicht oder Reflexionen blenden.

Vier dieser Kameras sollen 2018 in der Görlitzer Altstadt aufgestellt werden.

Mit knapp 3000 Diebstählen gehört die Neißestadt den Hochburgen, wurde darum für das Pilotprojekt (Kosten: Über 500.000 Euro) ausgewählt.

Zum Vergleich: Früher (l.) war die Person im Fahrzeug kaum erkennbar. Mit der modernen Laser-Kamera (r.) ist gut sichtbar, wer hier am Steuer sitzt.
Zum Vergleich: Früher (l.) war die Person im Fahrzeug kaum erkennbar. Mit der modernen Laser-Kamera (r.) ist gut sichtbar, wer hier am Steuer sitzt.  © PD Görlitz

Innenminister Ulbig sagte, er sei „von der Wirksamkeit der präventiven Videoüberwachung an Kriminalitätsschwerpunkten überzeugt“.

Doch die Kameras (filmen 24 Stunden) sollen nicht nur potentielle Täter abschrecken. „Die Technik soll auch konkrete Ermittlungen nach Straftaten ermöglichen“, sagte der Görlitzer Polizeipräsident Torsten Schultze (53). Ermittler können die Aufnahmen auch nach Kriminellen durchforsten, wenn diese etwa in der Nähe zugeschlagen haben. Die Aufnahmen werden 96 Stunden gespeichert.

Wichtig: Eine automatisierte Gesichtserkennung oder der Abgleich mit Straftätern durch Computerprogramme erfolgt nicht! Ulbig sagte aber, dass dies für die Polizei hilfreich wäre. Er sprach von einer „Herausforderung“, die Rechtsgrundlagen dafür zu schaffen. Doch das dürfte Gegenwind geben.

Die automatisierte Gesichtserkennung sei für die Gefahrenabwehr nicht hilfreich, sagte etwa ein Sprecher des sächsischen Datenschutzbeauftragten.

Person präzise erkennbar: So scharf nimmt die moderne Laser-Kamera auf.
Person präzise erkennbar: So scharf nimmt die moderne Laser-Kamera auf.  © Eric Münch
Vier der Hightech-Kameras sollen 2018 an der Fußgängerbrücke Altstadt, 
Nikolaigraben/Hotherstr., Kreisverkehr Grüner Graben und Hugo-Keller-Straße 
eingesetzt werden.
Vier der Hightech-Kameras sollen 2018 an der Fußgängerbrücke Altstadt, Nikolaigraben/Hotherstr., Kreisverkehr Grüner Graben und Hugo-Keller-Straße eingesetzt werden.  © Eric Münch

Was die Görlitzer von der Videoüberwachung halten

Dietmar Greibig (62, l.), Maurer: "Ich finde es übertrieben. Es muss nicht sein. Mehr Streifen in den Grenzgebieten finde ich sinnvoller."

Anke Grasse (46), Krankenschwester: "Solange damit die Kriminalität bekämpft wird, finde ich das gut. Es stört mich nicht, wenn ich mit Gesicht aufgezeichnet werde. Die Daten dürfen aber nicht missbraucht werden."

Wolfgang Faude (59, Lehrer): "Ich finde es gut, wenn das an Brennpunkten gemacht wird. Im Interesse der Sicherheit akzeptiere ich auch, dass mein Gesicht zu erkennen ist."

Cornelia Urban (62), Geschäftsführerin: "Schwierig! Auf der einen Seite gibt es viele Diebstähle, in mein Wellness-Studio wurde auch schon eingebrochen. Auf der anderen Seite die Persönlichkeitsrechte. Ich tendiere trotzdem zu den Kameras."

Claudio Aloloisi (50), Ladenbesitzer: "Um die Kriminalität zu bekämpfen, ist es gerechtfertigt- Ich habe selbst einen Pizza-Laden. Wenn es so ein bisschen ruhiger wird, finde ich das in Ordnung."


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