Hotline und Urlaubstage: So professionell ist der Drogenhandel im Internet

Fürth - Die Polizei in Deutschland und Europa hat nach Auffassung führender Drogenfahnder zunehmend mit professionellen Strukturen des Rauschgifthandels im Internet zu kämpfen.

Ein Berg mit 550 Kilogramm Marihuana in Tüten zu je einem Kilo liegt während einer Pressekonferenz im Zollfahndungsamt.
Ein Berg mit 550 Kilogramm Marihuana in Tüten zu je einem Kilo liegt während einer Pressekonferenz im Zollfahndungsamt.  © Peter Kneffel/dpa

Der Markt im Netz sei in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent gewachsen, während der Gesamtmarkt eine Steigerung von sechs bis sieben Prozent erfahren habe, sagte der Mitautor des >>Welt-Drogenberichtes der Vereinten Nationen, Thomas Pietschmann, der Deutschen Presse-Agentur am Rande einer internationalen Expertentagung in Fürth (Bayern).

Die Dealer im Netz würden professioneller und bauten - ähnlich dem legalen Internethandel - funktionierende Strukturen mit Hotlines, Kundencentern und der Möglichkeit für Bewertungen auf, sagte der Leiter des Rauschgift-Dezernates beim bayerischen Landeskriminalamt, Jörg Beyser.

Der Online-Markt sei derzeit eine Ergänzung zum klassischen Rauschgift-Vertrieb über Kleindealer auf den Straßen. Er nehme aber an Bedeutung stark zu.

Die Polizei könne die international agierenden Strukturen nur wirksam bekämpfen, wenn sie ebenfalls international zusammenarbeite.

Die Kooperation, etwa mit Ermittlern in Albanien, werde besser. Sie sei aber noch deutlich ausbaufähig, sagte Beyser.

Nach UN-Erkenntnissen gelingt es derzeit, rund jedes dritte Kilogramm an Opium-Produkten - vor allem Heroin - aus dem Markt zu holen. Die Sicherstellungsquote habe sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verbessert.

In Fürth haben sich auf Einladung des bayerischen Landeskriminalamtes Fahnder aus 22 Ländern getroffen, um die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität zu verbessern.
In Fürth haben sich auf Einladung des bayerischen Landeskriminalamtes Fahnder aus 22 Ländern getroffen, um die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität zu verbessern.  © Peter Kneffel/dpa

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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