Vorsicht vor Fake-Bussen! Wer mit diesen Transportern fährt, macht sich strafbar

Von außen ein Kleintransporter, von innen ein illegaler Linienbus.
Von außen ein Kleintransporter, von innen ein illegaler Linienbus.  © Polizei Osthessen

Fulda - Die Bad Hersfelder Autobahnpolizei hat alle Hände voll zu tun. Verstärkte Kontrollen und speziell ausgebildete Polizisten sind nötig, um falsche Linienbusse zu erwischen.

Offiziell wird den Fahrern vorgeworfen, gewerbliche grenzüberschreitende Personenbeförderung mit Kleintransportern zu unternehmen. "Solche Kleinbusse", erklärt Polizeioberkommissar Michael Schenk, "dürfen zum gewerblichen Personentransport normalerweise allenfalls im nationalen Taxigewerbe eingesetzt werden."

Die meisten der Fake-Busse würden aus Osteuropa stammen. Der Oberkommisar vermutet, dass deren Betreiber herausfanden, wie sie an schnelles und leicht verdientes Geld kommen können: Durch nicht-registrierte Fahrten in die Großstädte Europas. Dazu werde den Fahrgästen in professionellen Internetauftritten eine seriöse Dienstleistung vorgegaukelt.

Eigentlich gibt es seit 2009 im gesamten EU-Raum gesetzliche Regelungen zum Schutz von Fahrgästen und des Wettbewerbs. Doch diese umgehen die Betrüger, indem sie ihren Fahrgästen keine Tickets ausstellen. Im Fall einer Überprüfung sollen sich die Fahrgäste als Verwandte oder Freunde des Fahrers ausgeben, die einen "gemeinsamen Ausflug" unternehmen.

Sogar die Sitze in dem Kleinbus sehen aus wie die in zugelassenen Linienbussen.
Sogar die Sitze in dem Kleinbus sehen aus wie die in zugelassenen Linienbussen.  © Polizei Osthessen

Bei Kontrollen am Mittwoch und Dienstag zogen Kontrollkräfte gleich mehrere dieser unerlaubten Personentransporte aus dem Verkehr, wie die Polizei Osthessen berichtete. Besonders ungewöhnlich war dabei ein Gespann vom Dienstag.

Ein rumänischer Kleinbus, der äußerlich wie ein normaler Kleintransporter wirkte, entpuppte sich innen drin als Linienbus. Darin saßen Fahrgästen aus den Niederlanden und diese waren auf dem Weg nach Rumänien. Um den Profit der Tour noch zu steigern, hatte der Fahrer auch noch einen Anhänger mit einem VW-Bus beladen.

Schnell stellte sich heraus, dass der Halter über keinerlei Genehmigungen zur gewerblichen Beförderung von Personen oder Gütern besitzt.

Auch hatte das Fahrzeug kein Kontrollgerät zur Aufzeichnung der Lenkzeiten des Fahrers eingebaut. Somit konnte der Mann seine Arbeits- und Ruhezeiten nicht nachweisen, was für Busfahrer allerdings Pflicht ist.

Dem Fahrer droht nun eine Geldstrafe in Höhe von mindestens 2000 Euro. Damit hätte sich die Fahrt für den Fahrzeughalter sicherlich nicht mehr gelohnt.

Titelfoto: Polizei Osthessen


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