Mann ersticht Frau, weil er sich gekränkt fühlt: Sie kam für den Unterhalt der Familie auf

Fulda - Im Prozess um eine auf einem Parkplatz in Osthessen erstochene Frau wird am Donnerstag (11 Uhr) am Landgericht Fulda das Urteil erwartet. 

Der geständige Angeklagte hatte in seinem Auto fünf Messer deponiert
Der geständige Angeklagte hatte in seinem Auto fünf Messer deponiert  © Fredrik von Erichsen/dpa

Einem 55-jährigen Mann aus Künzell wird vorgeworfen, seine Ehefrau Mitte Juni 2019 ermordet zu haben. 

Die Staatsanwältin und beide Nebenklageanwälte, die die sechs Kinder des Angeklagten vertreten, forderten lebenslange Haft wegen vorsätzlichen Mordes aus Heimtücke. 

Der vor Gericht geständige Angeklagte habe die Tat vorbereitet und fünf Messer im Auto deponiert, um sein Opfer im Wagen zu erstechen.

Der Verteidiger erklärte die Tat als Folge einer fortschreitenden Kränkung. Der ehemalige Taxifahrer habe nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes die Rolle des uneingeschränkten Familienoberhaupts verloren. 

Seine Frau habe fortan allein für den Unterhalt der Familie gesorgt und alles organisiert. 

Der Angeklagte ist im Kosovo geboren, hat aber zusätzlich die serbische und deutsche Staatsbürgerschaft. Seine Ehefrau war ebenfalls Kosovarin mit deutscher Staatsbürgerschaft.

Update 14 Uhr: Lebenslange Haftstrafe nach Mord mit Messern an Ehefrau

Das Landgericht Fulda hat am Donnerstag einen Mann (55) aus dem osthessischen Künzell (Kreis Fulda) wegen Mordes aus Heimtücke an seiner Ehefrau zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann hatte die 52-Jährige am 14. Juni 2019 auf einem Parkplatz in seinem Auto erstochen. Mit dem Urteil folgte das Gericht den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der beiden Nebenklage-Anwälte, die die sechs Kinder des Angeklagten vertreten.

Der vorsitzende Richter sagte in der Urteilsbegründung, der Angeklagte habe die Arg- und Wehrlosigkeit der Ehefrau bewusst ausgenutzt. Sie habe nicht mit dem tödlichen Angriff gerechnet. Der Angeklagte habe zuvor fünf Messer im Auto versteckt und dann aus unbegründeter Eifersucht und Missgunst mit brachialer Gewalt zugestochen.

Der Richter erklärte, der Angeklagte habe mit dem Beginn seiner Arbeitslosigkeit im Jahr 2017 auch seine Rolle als Familienoberhaupt schwinden sehen. Die Ehefrau hatte den Haushalt als Alleinverdienerin geführt und sich um die sechs Kinder gekümmert, während er sich von ihr bedienen ließ und in den Tag hineinlebte.

Der Angeklagte selber hatte während des Prozesses geschwiegen, aber zum Schluss bekannt: «Ich bin schuldig.» Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte kann innerhalb einer Woche Revision einlegen. Sein Verteidiger will die Frage mit ihm erörtern.

Der Angeklagte ist im Kosovo geboren, hat aber zusätzlich die serbische und deutsche Staatsbürgerschaft. Seine Ehefrau war ebenfalls Kosovarin mit deutscher Staatsbürgerschaft.

Titelfoto: Fredrik von Erichsen/dpa


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