Neu-Dynamo Sören Gonther warnt vor Erwartungshaltung

Sören Gonther während des Trainings beim Stangenlauf.
Sören Gonther während des Trainings beim Stangenlauf.  © Lutz Hentschel

Bad Gögging - In der Winterpause war er mit dem FC St. Pauli schon mausetot, in der Rückrunde schafften die Hamburger noch das Wunder Klassenerhalt. Nach fünf Jahren hatten am Millerntor dennoch einige Tränen in den Augen, denn mit Innenverteidiger Sören Gonther verlor der Klub eine Identifikationsfigur, einen Führungsspieler.

Dass der 30-Jährige gern den Mund aufmacht und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hält, wird nach nur drei Wochen Dynamo ganz schnell klar.

"Als Aufsteiger Fünfter zu werden, war eine super Leistung. Die gestiegene Erwartungshaltung ist das Gefährliche, denn die 2. Liga ist so ausgeglichen und an einem Tag alles möglich. Deshalb ist es doppelt wichtig, die Sinne zu schärfen und von Anfang an noch ein Stück mehr da zu sein, als vergangenes Jahr. Denn die Mannschaften werden anders gegen uns auftreten", ist dem Leader klar.

Hier noch Rivalen, jetzt Teamkollegen: Sören Gonther (l.) im St.-Pauli-Trikot beim Kopfball-Duell mit Pascal Testroet.
Hier noch Rivalen, jetzt Teamkollegen: Sören Gonther (l.) im St.-Pauli-Trikot beim Kopfball-Duell mit Pascal Testroet.  © DPA

Bereits in der Vorbereitung zeichnet sich ab, dass Gonther gemeinsam mit Florian Ballas, der eine bärenstarke Saison hingelegt hat, das Duo in der Innenverteidigung bilden wird.

Im Training gibt Gonther, der fünf Jahre in Hamburg und davor fünf Jahre für den SC Paderborn gespielt hat, bereits Kommandos, korrigiert immer wieder und versucht, seinen Mitspielern zu helfen.

So soll es auch ab dem 30. Juli sein, wenn Dynamo daheim gegen Aufsteiger MSV Duisburg startet:

"Dass Spiele verloren gehen, oder die Leistung mal eine Katastrophe ist, das ist alles menschlich und normal. Es kommt immer darauf an, wie man reagiert, wenn man gefallen ist. Und da möchte ich mit gutem Beispiel und positiv vorangehen, den Jungs Halt geben."

Testspiel gegen den VFB Stuttgart: Sören Gonther versucht, Chadrac Akolo auszuspielen.
Testspiel gegen den VFB Stuttgart: Sören Gonther versucht, Chadrac Akolo auszuspielen.

In den ersten Tagen bei Dynamo war Gonther noch etwas ruhiger, doch er beschreibt sich selbst als offenen und extrovertierten Typ.

"Ich habe im Umgang mit Menschen meine Stärken und kann ein guter Redner sein. Das habe ich von Schulzeiten an so angefangen und durchgezogen, war Klassen- und Jahrgangssprecher.

Die kommunikative Art habe ich drin, das liegt in meinem Naturell", sagt der Vater von Paula Mathilda (4) und Cleo Ella (2), die er mit Frau Johanna gemeinsam hat.

Nur Fußball spielen ist für den Dresdner Neuzugang aber nichts. "Ich studiere BWL, beschäftige mich mit anderen Dingen, damit ich nicht einfach vor mich hindödel und träge im Kopf werde", erklärt Gonther.

Locker und relaxt lehnt Sören Gonther im Dynamo-Trainingscamp an einem Baum. Der Verteidiger sagt offen seine Meinung, ist ein Leadertyp.
Locker und relaxt lehnt Sören Gonther im Dynamo-Trainingscamp an einem Baum. Der Verteidiger sagt offen seine Meinung, ist ein Leadertyp.  © Robert Michael

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