Keeper Pentke: „Ich komme aus dem Osten und bin das gewohnt!“

Das war schon die Entscheidung: Kolja Pusch (r.) hämmerte die Kugel zum 1:0 in den Winkel.
Das war schon die Entscheidung: Kolja Pusch (r.) hämmerte die Kugel zum 1:0 in den Winkel.

Chemnitz/München - Immer wieder blickte Philipp Pentke ungläubig nach hinten, konnte sich in den Schlussminuten nur schwer auf das Spielgeschehen konzentrieren.

Dutzende Sitzschalen und Fahnenstangen flogen am Dienstagabend in der Münchner Allianz-Arena in den Strafraum des Regensburger Schlussmanns (TAG24 berichtete). „Ich hatte mit dem Schiri die klare Absprache: Solange ich nicht getroffen werde, lassen wir das Spiel laufen“, verriet Pentke nach dem starken 2:0 des Drittliga-Aufsteigers über den Zweitligisten TSV 1860.

Pentke & Co. bewahrten nicht nur in der Endphase kühlen Kopf. Im Stile einer Klassemannschaft stellten die Gäste vor 62.000 Zuschauern schon vor dem Seitenwechsel die Weichen auf Sieg.

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Gab die Vorlage zum 2:0: Marcel Hofrath.
Gab die Vorlage zum 2:0: Marcel Hofrath.

Traurige Randerscheinung: Für 15 Minuten musste Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) die Partie unterbrechen. Pentke stand direkt vor dem Block mit dem wütenden 1860-Mob. Der Keeper meinte cool: „Wenn ein Raunen durch das Stadion ging, wusste ich, da kommt wieder eine Sitzschale geflogen.“

Pentke, von 2003 bis 2007 selbst ein Münchner „Löwe“, wollte, dass das zweite und entscheidende Relegationsspiel regulär beendet werden konnte. Zu Siebert habe er während der Unterbrechung gesagt: „Mach unbedingt weiter! Die Polizei steht ja da, die können etwas aushalten mit ihren Rüstungen.“

Zehn leicht verletzte Polizisten wurden gezählt. Der unversehrte Pentke verurteilte die Randale: „Das ist natürlich ein Unding.“ Der gebürtige Freiberger sagte aber auch: „Ich komme aus dem Osten, bin solche Zustände fast schon gewohnt. Ich kann den Unmut der Fans verstehen. Hier bei 1860 ist in den vergangenen Monaten vieles kaputt gegangen.“

Pentke war übrigens nicht der einzige Ex-Chemnitzer, der in München in der Siegerelf stand. Kolja Pusch erzielte mit einem Traumtor die Führung. Marc Lais, der bereits beim 1:1 im Hinspiel per Kopfball getroffen hatte, nickte zum 2:0 ein. Außerdem dabei: Abwehrmann Marcel Hofrath.

Lais lief trotz eines gebrochenen Zehs auf. Als „Aufstiegsheld“ sah er sich nicht. „Die ganze Mannschaft darf sich als Held fühlen. Was wir diese Saison geleistet haben, war super“, jubelte der 26-Jährige.

Hinter ihm sah es aus wie auf einer Müllhalde: Jahn-Keeper Philipp Pentke.
Hinter ihm sah es aus wie auf einer Müllhalde: Jahn-Keeper Philipp Pentke.
Marc Lais (r.) war der alles überragende Mann der Relegation. Hier jubelte er mit Marco Grüttner.
Marc Lais (r.) war der alles überragende Mann der Relegation. Hier jubelte er mit Marco Grüttner.

Titelfoto: dpa/Peter Kneffel


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