Bittere Niederlage in müdem Frühlings-Kick: Lilien unterliegen Greuther Fürth

Fürth - Ein packendes tabellarisches Nachbarschafts-Duell erwartete den SV Darmstadt 98 am 28. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga. Bei der Spielvereinigung Greuther Fürth endete die Partie mit einer 1:2 (0:0)-Niederlage.

Über weite Strecken gewohntes Bild: Viele Zweikämpfe im Mittelfeld, wie hier zwischen Darmstadts Yannick Stark (Re.) und Nik Omladic von Greuther Fürth.
Über weite Strecken gewohntes Bild: Viele Zweikämpfe im Mittelfeld, wie hier zwischen Darmstadts Yannick Stark (Re.) und Nik Omladic von Greuther Fürth.  © DPA

Überwiegend sonnig bei zirka 17 Grad: Der Wetter-Gott meinte es gut mit den beiden Teams, die sich am Sonntagnachmittag im Sportpark Ronhof gegenüberstanden. Die angenehmen Temperaturen lockten darüber hinaus 9730 Zuschauer ins Stadionrund. Den Führungs-Treffer für die Platzherren erzielte Paul Seguin per Handelfmeter (64.). Fabian Reese legte zum 2:0 nach (82.). Mathias Wittek traf zum unbedeutenden 2:1 (90.+4).

Lilien-Chef-Coach Dimitrios Grammozis veränderte die Startformation im Gegensatz zum bitteren 1:1-Remis gegen Jahn Regensburg auf zwei Positionen. Kapitän Fabian Holland kehrte für Marvin Mehlem in die erste Elf zurück. Außerdem machte Sandro Sirigu für Johannes Wurtz Platz.

Gleich zu Beginn mussten die Gastgeber heftig Durchatmen: Fürth-Keeper Sascha Burchert spielte Marcel Heller die Kugel in die Füße. Der Flügelflitzer reagierte zwar schnell, sein Heber ging jedoch knapp über das Tor (2.).

Praktisch im direkten Gegenzug wurde es vor dem Lilien-Tor brenzlig. Doch Nik Omladics Abschluss krachte nur gegen das Außennetz (3.). Mehr als zwei gelbe Kartons für Akteure der Hausherren gab die Anfangsviertelstunde dann aber nicht her.

Ab nach vorn! Lilien-Coach Dimitrios Grammozis gab den Weg für seine Mannschaft vor, die wollte ihm aber lange Zeit nicht wirklich folgen.
Ab nach vorn! Lilien-Coach Dimitrios Grammozis gab den Weg für seine Mannschaft vor, die wollte ihm aber lange Zeit nicht wirklich folgen.  © DPA

Stattdessen lieferten sich beide Teams einen wahren Grabenkampf im Mittelfeld, durchdachte und zielstrebige Aktionen nach vorne erhoffte man sich vergebens.

Bezeichnend hierfür stand eine vielversprechende Gelegenheit für Heller, der im Fürther-Strafraum freigespielt wurde, sich dann aber zum ein oder anderen Haken zu viel hinreißen ließ und somit die sich anbahnende Torgelegenheit verdaddelte (26.).

Ein unerwartetes Highlight setzten die Lilien vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter René Rohde dann doch noch: Nach einem Eckball von Tobias Kempe verlängerte Heller den Ball per Kopf vor die Füße von Immanuel Höhn, der jedoch nur den linken Pfoste traf (36.).

Ohne Nachspielzeit schickte der Unparteiische beide Teams nach einer recht ereignislosen ersten Hälfte schließlich in die Kabinen. Die Fans sahen eine behäbige Halbzeit mit einem minimalen Übergewicht zu Gunsten der Gäste.

Und auch nach dem Seitenwechsel ließen sich beide Mannschaften nicht wirklich vom frühlingshaften Setting im Ronhof inspirieren. Weiterhin spielte sich das Geschehen weitestgehend im Mittelfeld ab.

Greuther Fürths Paul Seguin (Mi.) im Duell mit den Darmstädtern Yannick Stark (Re.) und Johannes Wurtz.
Greuther Fürths Paul Seguin (Mi.) im Duell mit den Darmstädtern Yannick Stark (Re.) und Johannes Wurtz.  © DPA

Wie aus dem Nichts kam es dann ganz bitter für die Südhessen. Eine halbhohe Flanke erwischte Marcel Franke im Sechzehner mit der Hand, Schiedsrichter Rohde zeigte umgehend auf den Elfmeterpunkt - unter heftigen Protesten der Lilien-Spieler (62.).

Doch alles Gezeter nützte nichts, Seguin schnappte sich das Leder und netzte zum 1:0 für die Mittelfranken ein (64.). Grammozis reagierte mit einem Wechsel - Joevin Jones ersetzte Wurtz (67.). Und der Mann aus Trinidad und Tobago brachte sich mit einer tollen Flanke sehr gut ein. Doch sein Mitspieler Heller konnte das Spielgerät nicht mit dem Kopf ins Tor bugsieren (70.).

Nur wenige Zentimeter vom Ausgleich entfernt waren die Lilien nur wenige Momente später. Kempe lief nach einem wegen Abseits aberkannten Tores der Fürther alleine auf Burchert zu. Den Abschluss parierte der Schlussmann der Spielvereinigung - das in Richtung Torlinie kullernde Leder klärten die Kleeblätter in allerhöchster Not (73.).

Die endgültige Entscheidung gab es dann in der 82. Spielminute. An der Strafraum-Linie tanzte Reese elfenhaft entlang und täuschte mehrmals den Torschuss an. Als er diesen dann endlich auspackte, ließ er Lilien-Keeper Daniel Heuer Fernandes damit keine Chance - der Ball rutschte ihm durch die Handschuhe und kullerte über die Linie - auch weil er zuvor von Victor Pálsson abgefälscht wurde.

Somit waren das 0:2 aus Sicht der Darmstädter und auch die Auswärts-Niederlage besiegelt. Daran änderte auch Witteks 2:1-Anschlusstreffer per Kopf in der Nachspielzeit nichts mehr (90.+4).

Im weiterhin spannenden Abstiegskampf in Liga zwei haben es die Lilien am Samstag (13. April/13 Uhr) mit dem 1. FC Magdeburg zu tun. Das nächste Heimspiel bestreiten die Darmstädter am Sonntag (21. April/13.30 Uhr) gegen den VfL Bochum.

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