Ajax-Keeper spricht über schweres Kapitel seiner Karriere

Amsterdam - In einem Interview mit der niederländischen Zeitung Het Parool sprach Ajax-Keeper Andre Onana über seine Karriere, das verlorene Champions-League-Halbfinale gegen Tottenham und Rassismus im Fußball. Dabei kam eine erschütternde Wahrheit ans Licht.

Andre Onana ist seit einigen Jahren der sichere Rückhalt von Ajax Amsterdam.
Andre Onana ist seit einigen Jahren der sichere Rückhalt von Ajax Amsterdam.  © imago images / Pro Shots

2017 erreichte eine wie immer blutjunge Mannschaft von Ajax Amsterdam sensationell das Finale der Europa League.

Auf dem Platz der Friends Arena im schwedischen Solna stand neben Matthijs de Ligt (damals 17), Frenkie de Jong (20) und Donny van de Beek (20) auch Keeper Andre Onana (21).

Auch wenn das Finale mit 0:2 gegen Manchester United verloren ging, so hatte der junge Keeper in dieser Saison doch auf sich aufmerksam gemacht.

Er war auf dem Radar einiger Vereine, darunter auch ein nicht näher genannter Top-Club. Allerdings entschied der sich aus einem traurigen Grund gegen die Verpflichtung:

"Nach dem Finale sprach mein Trainer mit einigen interessanten Vereinen. Der entschied sich jedoch mich nicht zu verpflichten, weil seine Anhänger mit einem schwarzen Torhüter Schwierigkeiten haben würden."

Nicht seine Fähigkeiten als Keeper, sondern die Hautfarbe war ausschlaggebend für den geplatzten Wechsel gewesen: "Es lag also nicht daran, dass sie meinten, ich sei nicht gut genug. Ich betrachte das als Kompliment."

Rassistische Beleidigungen bei fast jedem Auswärtsspiel

In der letzten Champions League-Saison jubelte sich der Keeper bis ins Halbfinale.
In der letzten Champions League-Saison jubelte sich der Keeper bis ins Halbfinale.  © Marius Becker/dpa

2015 wechselte der heute 23-jährige Kameruner vom großen FC Barcelona in die die niederländische Metropole.

Die Katalanen hatten ihn fünf Jahre zuvor in der Fußball-Akademie von Ex-Stürmer Samuel Eto'o entdeckt.

Doch auch wenn Onana inzwischen viele Jahre in Europa Fußball spielt, gehört Rassismus immer noch zu seinen stetigen Begleitern:

"Rassismus ist da, ich muss mich in fast jedem Auswärtsspiel damit auseinandersetzen. Aber ich spreche nicht darüber. Ich bin stolz schwarz zu sein. Wenn du denkst, ich bin ein Affe, okay. Ich sehe keinen Unterschied zwischen Weiß und Schwarz und ich mache keinen Unterschied. Wenn sie das tun, ist das ihr Problem."

Auf die Frage, wann Rassismus enden wird, sagt er: "Rassismus gab es lange bevor ich geboren wurde und er wird nicht morgen plötzlich verschwunden sein. Eines Tages wird er aufhören. Es braucht nur Zeit und du kannst es nicht erzwingen."

Mit diesen überlegten Aussagen zeigt Onana, dass er nicht nur sportlich schon lange reif für einen Spitzenclub ist.

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