Bye bye, Bundesliga: Schürrle wechselt nach England

London - Aus und vorbei! André Schürrle kehrt der 1. Bundesliga und Borussia Dortmund den Rücken zu und wechselt zum Premier-League-Aufsteiger FC Fulham.

War beim BVB in 51 Spielen an 17 Toren direkt beteiligt: André Schürrle.
War beim BVB in 51 Spielen an 17 Toren direkt beteiligt: André Schürrle.  © DPA

Der ehemalige Club von Felix Magath und Ashkan Dejagah leiht den Weltmeister von 2014 für zwei Spielzeiten aus.

„Wir bedanken uns bei André für das bisherige Engagement und wünschen ihm alles erdenklich Gute für seine Zeit in London“, erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc auf der Website der Dortmunder.

"Ich bin sehr glücklich und kann es gar nicht erwarten. Fulham war der erste Klub, der an mir interessiert war, was einer der Hauptgründe dafür war, dass ich hierher wollte", sagte Schürrle bei auf der Twitter-Seite Fulhams.

Auch zur taktischen Ausrichtung seines neuen Clubs äußerte er sich: "Ich spiele gerne mit viel Ballbesitz, mag das Offensivspiel und Dribblings. Daher denke ich, dass es perfekt passen könnte", meinte Schürrle.

Für die Borussia ist die Leihe auch eine finanzielle Erleichterung, spart man sich so doch 14 Millionen Euro Gehaltskosten für Schürrle ein.

Zusätzlich gibt es laut dem kicker noch eine Leihgebühr von 400.000 Euro.

Vor vier Jahren noch WM-Held

André Schürrle erlebte beim BVB äußerst wechselhafte zwei Jahre.
André Schürrle erlebte beim BVB äußerst wechselhafte zwei Jahre.  © DPA

Vor vier Jahren hatte er noch entscheidenden Anteil am Gewinn der Weltmeisterschaft 2014. Der heute 27-Jährige wurde im Finale in der 31. Minute für den hart am Kopf getroffenen Gladbacher Christoph Kramer eingewechselt und bereitete in der Verlängerung das 1:0 von Mario Götze vor.

Damals strahlte Schürrles Stern hell. Mittlerweile hat er allerdings viel von seinem Glanz verloren.

Das konnte der BVB bei der teuren Verpflichtung des 57-fachen Nationalspielers (22 Tore) nur bedingt ahnen. Für 30 Millionen wurde Schürrle aus Wolfsburg nach Dortmund gelotst.

In zwei Spielzeiten bestritt der gebürtige Ludwigshafener allerdings nur 51 Spiele, was einerseits an verletzungsbedingten Ausfällen lag, andererseits aber vor allem daran, dass er sein großes Leistungspotenzial nicht mehr abrufen konnte. Seine unglücklichen Aktionen trieben die Fans reihenweise zur Verzweiflung, eben weil Schürrles Klasse immer wieder aufblitzte. Allerdings nicht konstant.

Und wenn man bedenkt, dass die Borussia in den letzten beiden Saisons lange international vertreten war und auch noch die DFB-Pokal-Matches hinzukommen, waren die Einsatzzeiten für den Anspruch von Schürrle einfach zu gering.

Dabei sah das zu Beginn seiner Karriere noch ganz anders aus.

Aus der Jugend des Ludwigshafener SC wechselte der 1,84 Meter große Außenbahnspieler 2006 zum 1. FSV Mainz 05, wo er fünf Jahre lang blieb.

Schürrles Weg nach oben und in die Formkrise

Mischten die 1. Bundesliga mit dem 1. FSV Mainz 05 gehörig auf: Die Mainzer Boygroup André Schürrle (l.), Adam Szalai (Mitte) und Lewis Holtby (rechts).
Mischten die 1. Bundesliga mit dem 1. FSV Mainz 05 gehörig auf: Die Mainzer Boygroup André Schürrle (l.), Adam Szalai (Mitte) und Lewis Holtby (rechts).  © DPA

Seinen ersten großen Erfolg feierte er am 28. Juni 2009: Den Gewinn der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft. In einem packenden Finale besiegten die von Thomas Tuchel trainierten Mainzer mit Schürrle keinen Geringeren als Mario Götzes BVB mit 2:1.

Für Schürrle ging es steil nach oben. Er wurde bei Mainz mit 18 Jahren Bundesliga-Stammspieler. In seiner zweiten Männersaison beeindruckte er mit 20 Torbeteiligungen in 33 Spielen und gab ab am 17. November 2010 unter Bundestrainer Joachim Löw sein Debüt in der Nationalmannschaft (0:0 gegen Schweden).

Bayer Leverkusen verpflichtete den Youngster anschließend für 8,5 Millionen Euro. Hier verbrachte Schürrle zwei insgesamt erfolgreiche Jahre mit 83 Spielen, 23 Toren und 16 Vorlagen.

Zum 1. Juli 2013 ging es erstmals auf die Insel zum FC Chelsea, der sich Schürrles Dienste 22 Millionen Euro kosten ließ.

Nach 65 Spielen und 17 Torbeteiligungen kehrte er zurück nach Deutschland zum VfL Wolfsburg, wo er nach 63 Spielen und 13 Toren und zehn Vorlagen zum BVB wechselte, wo seine Karriere ins Stocken kam.

Ob er bei Fulham wieder an seine alte Klasse anknüpfen kann?


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