Aues Zulechner: "Was für ein Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen"

Aue - Zwischen dem 17. Dezember 2017 und dem 16. Februar 2019 lagen 427 Tage. So lange bestritt Philipp Zulechner kein Pflichtspiel mehr.

Philipp Zulechner (r.) bei seinem letzten Spiel für Sturm Graz am 17. Dezember 2017.
Philipp Zulechner (r.) bei seinem letzten Spiel für Sturm Graz am 17. Dezember 2017.  © Imago

Auf St. Pauli gab der 28-Jährige sein Debüt für Aue, wurde in der 88. Minute eingewechselt: "Was für ein Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen und dann noch drei Punkte vor so einer Kulisse zu holen", strahlte der Ösi nach dem Abpfiff.

Auch wenn es mit Nachspielzeit nur acht Minuten waren, für Zulechner war es ein Highlight nach einem Jahr, das nicht hätte schlimmer laufen können.

Als er am 17. Dezember 2017 die Partie zwischen seinem Sturm Graz gegen Austria Wien abgepfiffen wurde, ahnte Zulechner noch nicht im Ansatz, was auf ihn zukommen sollte. Über eine offene Wunde fing er sich einen Keim ein, der sein Leben bedrohte, er saß lange im Rollstuhl.

"Ich musste im Krankenhaus zwei Antibiotika-Bomben nehmen, im März habe ich alles abgesetzt. Seither bin ich wieder vollkommen gesund, meine Blutwerte sind wieder positiv. Ich habe natürlich ein bisschen gebraucht, ehe ich wieder im normalen Leben drin war. Aber die Ärzte sagten mir, nach so einer Erkrankung wäre ich schnell wieder oben auf gewesen", so Zulechner.

Im Juni 2018 lief in Graz sein Vertrag aus. Seither war auf der Suche. "Ich hatte schon zwei, drei Angebote. Die haben mich aber nicht überzeugt. Ich habe mich in St. Pölten fitgehalten, doch der Verein bekam eine Transfersperre, so wurde das auch nichts. Und dann kam Aue. Mein Ziel war es, in der 1. Liga in Österreich zu bleiben oder in die 2. deutsche Bundesliga zu gehen", begründet der Stürmer seinen Schritt ins Erzgebirge.

Nun ist er da, hat seinen Einstand gegeben, aber dabei soll es nicht bleiben: "Ich bin fit, habe am 6. Januar mit der Vorbereitung angefangen. Jetzt kann man Spielsituationen nicht trainieren, aber das wird wieder. Für 20 Minuten sollte es auf alle Fälle immer gehen", schmunzelt Zulechner. Und die könnten helfen: "Ich sehe mich als Stürmer, der die Wege geht, der nicht nur Bälle festmacht und lauert. Für ein Tor bin ich immer gut."

Philipp Zulechner (r.) kam in der Vorwoche nach 88 Minuten für Pascal Testroet.
Philipp Zulechner (r.) kam in der Vorwoche nach 88 Minuten für Pascal Testroet.  © Sven Sonntag

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