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Bekennerschreiben gefunden. Anschlag galt gezielt dem BVB!

In der Nähe des Tatort wurde bereits ein Bekennerschreiben gefunden. #BVBASM
Auf den Mannschaftsbus vom BVB wurde am Dienstagabend ein Anschlag verübt.
Auf den Mannschaftsbus vom BVB wurde am Dienstagabend ein Anschlag verübt.

Dortmund - Am Dienstagabend wurde ein Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verübt.

Auf dem Weg zum Champions League-Viertelfinale gegen AS Monaco explodierten gegen 19.15 Uhr nach aktuellen Informationen der Polizei Dortmund drei "ernstzunehmende" Sprengsätze. Ein gefundener Gegenstand soll sich im Nachhinein als "Müll" herausgestellt haben.

Durch die Wucht der Explosionen ging die hinterste Scheibe auf der rechten Seite des Fahrzeugs kaputt. Der Abwehrspieler Marc Bartra (26) erlitt durch umherfliegendes Glas Verletzungen am rechten Arm. Wie BVB-Pressesprecher Sascha Fligge bestätigte, wurde der Spieler zum Zeitpunkt der Pressekonferenz operiert. Er habe einen Speichenbruch sowie diverse Fremdkörper-Einsprengungen am rechten Handgelenk.

Die Polizei ging von Anfang an davon aus, dass es sich um einen "gezielten Anschlag auf die Mannschaft" handelte, erklärte NRW-Polizeipräsident Gregor Lange am Dienstagabend auf der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.

Die Mannschaft - hier u.a. Pierre-Emerick Aubameyang (l.) - war sichtlich geschockt.
Die Mannschaft - hier u.a. Pierre-Emerick Aubameyang (l.) - war sichtlich geschockt.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Beweggründe der Tat noch völlig unklar. Die Staatsanwaltschaft prüfe derweil "intensiv alle Hintergründe". Die Ermittlungen gehen dem Verdacht eines "versuchten Tötungsdeliktes" nach. In der Nähe der Explosionen habe man ein Schreiben gefunden. Die Echtheit des vermeintlichen Bekennerschreibens werde intensiv geprüft, auf Einzelheiten und den Inhalt wollte Staatsanwältin Sandra Lücke aber nicht eingehen.

Die Staatsanwaltschaft ermittle in alle Richtungen, wollte einen Terroranschlag im Moment weder bestätigen noch ausschließen. "Ein versuchtes Tötungsdelikt sagt über den Hintergrund erst einmal nichts aus".

Pressesprecher Sascha Fligge telefonierte kurz vor der Pressekonferenz mit Mannschaftskapitän Marcel Schmelzer. Das morgige Spiel ist derzeit bei der Mannschaft kein Thema, erstmal müssten die aktuellen Ereignisse verarbeitet werden. Außerdem dementierte er ein Gerücht, wonach der BVB erpresst worden sei.

Spieler und Trainer Thomas Tuchel (M.) versuchen die Geschehnisse zu verarbeiten.
Spieler und Trainer Thomas Tuchel (M.) versuchen die Geschehnisse zu verarbeiten.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sagte währenddessen: "Ich hoffe, dass es uns in irgendeiner Weise morgen gelingt, einigermaßen wettbewerbsfähig wieder auf dem Feld zu stehen."

Das Spiel wurde für den Abend abgesagt und soll am Mittwoch um 18.45 Uhr nachgeholt werden. Die Polizei Dortmund bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. "Wir werden alles tun, damit dieses Spiel morgen sicher abläuft. Wir werden alle Möglichkeiten ausnutzen, um Sicherheit herzustellen", versicherte Lange. Auch Sprengstoffhunde werden beim Spiel am Mittwoch im Einsatz sein.

Während die Besucher ruhig das Stadion verließen, bot sich im Netz eine Welle der Hilfsbereitschaft. Dortmunder Fans stellten ihre Wohnungen unter dem Hashtag #bedforawayfans für alle Monaco-Fans, die eine Unterkunft brauchten, zur Verfügung.

UPDATE, 12.14 Uhr: Mögliches Antifa-Schreiben zu BVB-Attacke eine Fälschung

Das angebliche Antifa-Bekennerschreiben zur BVB-Attacke in Dortmund ist möglicherweise eine Fälschung. "Wir halten das Schreiben für einen Nazifake", teilten die Betreiber des Internetportals Indymedia der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin mit. "Weder Inhalt noch Sprache deuten auf einen linken Hintergrund hin, deshalb haben wir es bereits sehr kurz nach der Veröffentlichung gelöscht."

Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Echtheit des angeblichen Antifa-Bekennntnisses werden geprüft.

UPDATE, 11.54 Uhr: Das angebliche islamistische Bekennerschreiben im Wortlaut

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist in der Nähe des Tatortes ein mögliches Bekennerschreiben mit islamistischem Hintergrund gefunden worden. Die Behörden prüfen seine Echtheit. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Anbei der Wortlaut:

"Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen,

12 ungläubige würden von unseren Gesegneten Brüder in Deutschland getötet. Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden. Jedoch wir bleiben standhaft durch die Gnade Allahs.

Ab sofort stehen alle ungläubigen Schauspieler, Sänger, Sportler und Sämtliche prominente in Deutschland und anderen Kreuzfahrer-Nationen auf Todesliste des Islamischen Staates.

Und das solange die folgenden Forderungen nicht erfüllt werden:

- Tornados aus Syrien abziehen.

- Ramstein Air Base muss geschlossen werden."

UPDATE, 11.29 Uhr: Angebliches Islamisten-Schreiben erwähnt Merkel persönlich

In dem nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in Tatortnähe gefundenen Bekennerschreiben wird Kanzlerin Angela Merkel (CDU) namentlich erwähnt. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben heißt es: "Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden."

Im Satz zuvor wird auf den Islamisten-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember mit zwölf Toten verwiesen. Das eine Seite lange Schreiben ist nicht handschriftlich, sondern offenbar am Computer geschrieben.

UPDATE, 10.47 Uhr: BVB startet ins Training

Spieler und Trainerstab von Borussia Dortmund sind am Mittwochmorgen am Trainingsgelände im Dortmunder Stadtbezirk Brackel zusammengekommen. Das Team soll sich dort auf die wegen des Sprengstoffanschlages auf den heutigen Abend (18.45 Uhr) verlegte Champions-League-Partie gegen AS Monaco vorbereiten. Ein für diesen Tag ursprünglich geplantes öffentliches Training war vom BVB noch am Dienstagabend abgesagt worden.

Das BVB-Trainingsgelände im Osten der Stadt ist seit dem Morgen stark gesichert. Etliche Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen vor der Anlage, weitere patrouillieren um das Gelände herum. Auch einige Fans und viele Medienvertreter haben sich dort versammelt.

UPDATE, 10.13 Uhr: Ermittler prüfen zwei Bekennerschreiben

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund mit zwei Verletzten prüfen die Ermittler die Authentizität von zwei Bekennerschreiben. In dem in der Nähe des Tatorts aufgefundenen Schreiben gibt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Mittwoch Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Ein zweites, am späten Dienstagabend im Internet veröffentlichten Schreiben, könnte nach der Diktion aus der antifaschistischen Szene kommen. Darin wird betont, keinesfalls seien die BVB-Spieler "Ziel dieser symbolischen Tat" gewesen.

In Sicherheitskreisen wurde betont, der Hintergrund der Tat stehe keinesfalls fest. Es könne sich jeweils auch um Fälschungen handeln, die auf falsche Spuren locken sollten. Bei den Tätern könne es sich nach wie vor auch um gewaltbereite Fußballfans, Erpresser, andere Kriminelle oder Menschen mit rechtsextremem Hintergrund handeln.

UPDATE, 09:17 Uhr: Bekennerschreiben soll islamistischen Hintergrund haben

Wie die Welt berichtet ordnen Sicherheitskreise das Bekennerschreiben einem islamistischem Hintergrund zu. Demnach beginne es mit "Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen". Im weiteren Verlauf werde Deutschland vorgeworfen, mit zu den Kreuzfahrernationen zu gehören und gegen den Islamischen Staat zu kämpfen.

UPDATE, 09.08 Uhr: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Im Fall der Sprengstoff-Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) sei mit Ermittlungen beauftragt worden.

UPDATE, 08.42 Uhr: Ermittlungen in alle Richtungen

Die Polizei ermittelt nach der Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund mit zwei Verletzten weiterhin in alle Richtungen. Nach wie vor werde auch ein islamistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch erfuhr.

Auch seien gewaltbereite Fans oder andere Täter im Blick der Ermittler.

UPDATE, 07.29 Uhr: Mehr Sicherheitskräfte bei Nachholspiel

Die Dortmunder Polizei will beim Nachholspiel des BVB in der Champions League gegen den AS Monaco am Mittwochabend mit verstärkten Kräften für Sicherheit sorgen. "Wir werden heute natürlich mit starken Kräften hier vor Ort sein im Stadion, werden aber auch versuchen, unser Möglichstes tun, natürlich die Mannschaften zu schützen", sagte Nina Vogt, Sprecherin der Dortmunder Polizei am Mittwochmorgen im ZDF.

"Wir stehen da mit beiden Vereinen und auch mit allen Sicherheitsbehörden in sehr engen Kontakt", bekräftigte sie.

UPDATE, 06.51 Uhr: Polizei auf Spurensuche

Nach der Attacke auf den Bus von Borussia Dortmund mit zwei Verletzten gehen die Ermittlungen am Tatort mit Hochdruck weiter. "Die Kollegen sind am Tatort", sagte ein Sprecher der Polizei Dortmund am Mittwochmorgen.

Dabei gehe es um die Spurensuche. Aber auch der BVB-Mannschaftsbus, den Beamte sichergestellt hätten, werde untersucht. Die Ermittlungen der Polizei liefen die Nacht durch. Wie viele Beamte im Einsatz sind, wollte der Sprecher nicht sagen.

UPDATE, 06.06 Uhr Polizist ebenfalls verletzt

Bei der Sprengstoff-Attacke auf den Mannschaftsbus des BVB in Dortmund ist auch ein Polizist verletzt worden. Der Mann fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten, wie ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen sagte.

Bei den drei Explosionen habe der Polizist ein Knalltrauma und einen Schock erlitten. Er sei deshalb nicht dienstfähig.

So berichtete TAG24 im Liveticker.

Ermittler suchen am Tatort nach Spuren.
Ermittler suchen am Tatort nach Spuren.

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