Arzt verkauft irre Medizin! Doping-Skandal im brasilianischen Fußball

Sao Paulo - Schock im brasilianischen Fußball! Eine ARD-Dokumentation von Doping-Experten Hajo Seppelt deckt zweifelhafte Methoden von Promi-Arzt Dr. Mohamad Barakat in Brasilien auf.

Ist Doping im brasilianischen Fußball vielleicht sogar Alltag? (Symbolbild)
Ist Doping im brasilianischen Fußball vielleicht sogar Alltag? (Symbolbild)  © DPA

Der Arzt ist in Brasilien eine schillernde und einflussreiche Persönlichkeit. Bei Instagram hat er fast eine Million Follower, dort zeigt er sich gern mit Stars und Sternchen wie den früheren Weltklasse-Spielern Kaká und Rivaldo.

Einer seiner Patienten: Der gerade erst wegen Dopings gesperrte peruanische Nationalspieler Paolo Guerrero, der dann doch an der Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen durfte.

Arzt Barakat hatte im Jahr 2013 Fotos von sich und dem ehemaligen Bundesliga-Profi gepostet und damit angegeben, dass der damals verletzte Guerrero bald wieder "über das Spielfeld fliegen" werde.

Mit den aktuellen Dopingvorwürfen gegen Guerrero hat diese Aussage nun einen äußerst faden Beigeschmack.

Nun die krasse Enthüllung: Das Dopingteam der ARD schickte während der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft einen Lockvogel zu Barakat in die Praxis und deckte dessen fragwürdige Methoden auf.

Ein verdeckt filmender Reporter gab sich als Leistungssportler aus. Schon beim ersten Termin wurde diesem ein Präparat verschrieben, das Barakat als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete. In Wirklichkeit enthält das Medikament gleich zwei verbotene Substanzen.

Auch der frühere HSV- und Bayern-Profi Paolo Guerrero wurde schon von Dr. Mohamad Barakat behandelt.
Auch der frühere HSV- und Bayern-Profi Paolo Guerrero wurde schon von Dr. Mohamad Barakat behandelt.  © DPA

Barakat brachte die Journalisten außerdem noch mit einem Dopingdealer zusammen, der ihnen alle möglichen Arten von Steroiden verkaufte - allesamt harte Dopingmittel!

Der Doktor befindet sich zwar schon im Visier der brasilianischen Ärztekammer, dies bedeutet aber nix: Zwar wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet, die Untersuchungen wurden jedoch nie abgeschlossen, Barakat also nie bestraft.

Das alles passt zur aktuellsten Statistik der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA: In keinem anderen Land der Welt gab es so viele Dopingfälle im Fußball, wie in Brasilien. 17 waren es allein im letzten Jahr.

Die beliebteste Ausrede: Verunreinigte Medikamente. Dafür gibt es in Brasilien "besondere" Apotheken, wo die "Medikamente" eigens für Patienten abgemischt werden.

Traurig: Aufgrund der mangelhaften Aufklärung, der geringfügigen Strafen und der mitunter harten Dopingmittel wirkt es nicht so, als würde Brasilien ernsthaft einen Kampf gegen Doping führen.


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