Was für ein Spiel! Hoffenheim verliert nach hartem Kampf in Frankfurt

Sinsheim - Was für ein unglaublicher Spielverlauf und was für ein bitteres Ende für die TSG! 1899 Hoffenheim verliert nach hartem Kampf mit 2:3 gegen Eintracht Frankfurt am 24. Spieltag der Fussball-Bundesliga.

Die Eintracht bejubelt den 1:0 Führungstreffer. Mittendrin: Ante Rebic, der den Freistoß von Filip Kostic mit dem Kopf abfälschte. (zentral im Bild)
Die Eintracht bejubelt den 1:0 Führungstreffer. Mittendrin: Ante Rebic, der den Freistoß von Filip Kostic mit dem Kopf abfälschte. (zentral im Bild)  © DPA

Filip Kostic traf in der 20. Minute mit seinem neunten Saisontor zum 1:0 für die Frankfurter. Kurz vor der Halbzeit glich Joelinton für die TSG aus (43.).

In der zweiten Hälfte drehte Ishak Belfodil (60.) das Spiel dann für Hoffenheim. Aber Frankfurt schlug in der 89. Minute zurück, Sébastien Haller glich aus. In der fünften Minute der Nachspielzeit gelang der Eintracht durch Pacienca der Siegtreffer zum 3:2.

Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann, den etliche Verletzungssorgen in seiner Mannschaft plagen (TAG24 berichtete), warnte im Vorfeld der Partie bei "Sky" vor der Offensivstärke der Frankfurter.

Man wolle versuchen, selbst viel Ballbesitz zu haben und bei Kontern der Gastgeber gut zu stehen, so Nagelsmann.

Die Weiß-Blauen starteten mit einer personellen Veränderung gegenüber dem Spiel in Leipzig: Joshua Brenet, ersetzte den gesperrten Kaderabek im defensiven Verbund.

Eintracht-Trainer Adi Hütter wechselte auf zwei Positionen gegenüber dem vergangenen Wochenende. Für Fernandes und de Guzmàn kamen Rode und Touré in die Startelf.

Von Beginn an hohes Tempo

Kurz vor der Halbzeit glich Hoffenheims brasilianischer Stürmer Joelinton zum 1:1 aus.
Kurz vor der Halbzeit glich Hoffenheims brasilianischer Stürmer Joelinton zum 1:1 aus.  © DPA

Von Beginn an hohes Tempo ohne klare Torchancen.

Ab der 14. Minute bekam die Eintracht mehr Zugriff für die Partie. Ein Kopfball von N'Dicka nach einem Freistoß von Rode rauschte am Gehäuse vorbei.

Die TSG konnte sich nur schwer befreien und verschuldete in der 20. Minute erneut einen Freistoß. Filip Kostic trat aus halbrechter Position an, schoss und erwischte den Schädel von Stürmer Ante Rebic, der den Ball für Oliver Baumann unhaltbar abfälschte - 1:0 für die Gastgeber!

Nach dem Tor übergab die Eintracht die Spielkontrolle wieder etwas mehr an die Kraichgauer, die versuchten, schnell und vertikal vor den Frankfurter Kasten zu kommen.

Für den Hoffenheim-Coach kam es personell noch dicker: In der 37. Minute musste Kerim Demirbay humpelnd vom Platz und gesellte sich zum ohnehin schon vollen Lazarett der TSG dazu. Für ihn kam Adam Szalai ins Spiel.

Und als sich beide Teams kurz vor der Halbzeit die Partie dann eine kleine Verschnaufpause gönnten, kam die TSG urplötzlich zum Ausgleichstreffer! In der 43. Minute eröffnete Kramaric mit einem sehr guten Pass auf die rechte Seite, Brenet brachte den Ball flach in die Mitte, wo Szalai wunderschön mit der Hacke verlängerte und Joelinton nur noch einschieben musste.

Dabei blieb es dann, 1:1 hieß der Spielstand zum Pausenpfiff.

TSG dreht die Partie

Julian Nagelsmann versuchte an der Seitenlinie alles, damit sein Team die 2:1-Führung über die Ziellinie rettet.
Julian Nagelsmann versuchte an der Seitenlinie alles, damit sein Team die 2:1-Führung über die Ziellinie rettet.  © DPA

Nach dem Seitenwechsel ging das muntere und abwechslungsreiche Spiel weiter.

Adi Hütter wechselte in der Halbzeit Youngstar Luka Jovic für Ante Rebic im Sturm ein. Dieser bildete dann mit Sébastian Haller die Doppelspitze der Frankfurter.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten war die TSG das klar bessere Team. Und in der 53. Minute mit etwas Pech: Adam Szalai zog aus etwas über 20 Metern fast ansatzlos ab und traf die Latte.

Die Frankfurter schüttelten sich und kamen ihrerseits in der 57. Minute zu einer guten Gelegenheit, als Jovic nach einer Flanke aus kurzer Distanz zum Kopfball kam, jedoch nicht genügend Druck hinter den Ball brachte.

Doch insgesamt blieb die Elf aus dem Rhein-Neckar-Kreis am Drücker und belohnte sich für die Mühen in der 60. Minute.

Der momentan so formstarke Flügelspieler Ishak Belfodil bekam den Ball im linken Mittelfeld, zog zum Strafraum nach innen, legte sich den Ball auf den starken rechten Fuß und traf durch die Beine von Eintracht-Verteidiger Ndicka ins kurze Eck - Spiel gedreht! Kevin Trapp machte dabei im Frankfurter Tor nicht die beste Figur.

Die nächste Schlüsselszen in der 65. Minute: Hoffenheim-Verteidiger Kasim Adams, der in der 1. Hälfte bereits gelb gesehen hatte, foulte während eines Frankfurter Konters kurz vor dem eigenen Strafraum. Schiedsrichter Manuel Gräfe schickte ihn mit Gelb-Rot vom Platz.

Der anschließende Freistoß von Filip Kostic in der 67. Minute war stark getreten, doch Oliver Baumann reagierte schnell und konnte den Ball abwehren.

Das bittere Ende für Hoffenheim

Frankfurt und Hoffenheim kämpften in den Schlussminuten um jeden einzelnen Ball.
Frankfurt und Hoffenheim kämpften in den Schlussminuten um jeden einzelnen Ball.  © DPA

In Unterzahl und in Führung liegend konzentrierte Hoffenheim sich dann natürlich auf die Verteidigung, die Frankfurter hatten sehr viel Ballbesitz, konnten diesen aber nicht verwerten.

Hoffenheims Verletzungsfluch ging dann in der 82. Minute weiter, Adiem Namiri konnte mit Beschwerden nicht mehr weitermachen, für ihn kam der 19-jährige Alfons Amade im zentralen Mittelfeld zu seinem Bundesligadebüt.

In der 83. Minute lenkte Oliver Baumann erneut ganz stark einen Schuss aus 20 Metern von Eintracht-Kapitän Hasebe zur Ecke ab. Der Druck auf die TSG stieg: Eine Minute später kam Mijat Gacinovic völlig frei vor der Hoffenheimer Nummer Eins zum Abschluss, traf den Ball jedoch nicht sauber und vergab die Riesenchance zum Ausgleich.

Doch in der 89. Minute war es dann so weit. Gacinovic brachte von links eine Flanke ganz scharf herein und Sébastien Haller köpfte für Frankfurt ins Glück - 2:2!

Und die Hoffenheimer, die in dieser Situation das Unentschieden unterschrieben hätten, bekamen letztendlich noch die ganz kalte Dusche! In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Pacienca zum 3:2-Siegtreffer für Frankfurt und verwandelte die Commerzbank-Arena in ein einziges Tollhaus.

Somit schaffte es die TSG 1899 Hoffenheim wie schon zuletzt gegen RB Leipzig nicht, die Führung zu halten und kassierte diesmal nicht nur den späten Ausgleichstreffer, sondern verlor das Spiel sogar noch.

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