Europa in Gefahr: Eintracht geht nach Ujah-Doppelpack gegen Mainz unter

Frankfurt am Main - Den Traum vom Europa-League-Finale in Baku verpasste Eintracht Frankfurt in einer denkwürdigen Fußball-Schlacht um Haaresbreite. Im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison gegen den FSV Mainz 05 versäumten die Hessen aufgrund einer 0:2 (0:0)-Niederlage am Sonntag auch die vorzeitige Qualifikation für die Europa League und den Sprung zurück auf Tabellenplatz vier.

Pyrotechnik aus der Nordwestkurve der Commerzbank Arena vernebelte das Spielfeld komplett - der Anstoß verzögerte sich.
Pyrotechnik aus der Nordwestkurve der Commerzbank Arena vernebelte das Spielfeld komplett - der Anstoß verzögerte sich.  © DPA

Anthony Ujah brachte die Gäste mit einem schnellen Doppelpack in Führung (53. und 57.) und sicherte somit die drei Punkte für die Mainzer.

Der 33. Spieltag - und somit der letzte Heimauftritt der SGE in der Commerzbank Arena - sorgte nochmals dafür, dass das Stadionrund von 51.500 Zuschauern eingenommen wurde und somit einmal mehr ausverkauft war.

Im Vergleich zum bitteren Ausscheiden im Europa-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea (1:1/3:4 nach Elfmeterschießen) stellte Chef-Trainer Adi Hütter die Startelf nur auf einer Position notgedrungen um.

Mittelfeld-Abräumer Sebastian Rode erlitt im Spiel in London einen Knorpelschaden im rechten Knie, die Saison war somit für ihn gelaufen. Die Leihgabe von Borussia Dortmund wurde von Gelson Fernandes ersetzt.

"Lasst uns unsere Farben weiter durch Europa tragen" skandierten die Fans in der Nordwestkurve in Form eines riesigen Banners. Der Wunsch nach einer weiteren Saison im Europapokal war bei allein, die es mit der Eintracht halten, präsent wie nie.

Untermalt wurde die erneut sehenswerte Choreo der Frankfurt-Supporter von schwarz-weiß-roten Rauchgeschossen, die den Blick auf das Spielfeld komplett vernebelten. Der Anpfiff von Schiedsrichter Harm Osmers verzögerte sich somit um mehrere Minuten. Nach exakt sechs Minuten hatten alle Beteiligten wieder halbwegs den Durchblick, das Leder konnte endlich rollen.

In der Luft obenauf: Eintracht-Kapitän David Abraham im Kopfball-Duell mit dem Mainzer Anthony Ujah.
In der Luft obenauf: Eintracht-Kapitän David Abraham im Kopfball-Duell mit dem Mainzer Anthony Ujah.  © DPA

Augenscheinlich kaum geschlaucht von den Strapazen der London-Reise sorgten Ante Rebic und Filip Kostic im Zusammenspiel für die erste sehenswerte Chance der Eintracht. Luka Jovics Abschluss aus fünf Metern Distanz war letztlich zu unplatziert (3.).

Zwei Minuten bediente Kostic den in den Strafraum vorgerückten Danny da Costa, der das Spielgerät aber nicht um Tor unterbringen konnte (6.). Munter ging es auch vor dem Kasten der SGE los: Einen Schuss aus spitzem Winkel von Danny Latza parierte Kevin Trapp jedoch souverän (9.). Nach einer kurzen Phase ohne große Aufreger hatte Rebic die Mega-Chance.

Der bärenstarke Kostic erkämpfte sich die Kugel auf der linken Seite und spielte auf den freistehenden Kroaten, der den Ball jedoch meterweit über das Tor von 05er-Keeper Florian Müller setzte (19.). Nur wenig später hätte Simon Falette beinahe den eigenen Torhüter überwunden. Einen Schuss von Pierre Kunde fälschte der Verteidiger gefährlich zur Ecke ab (21.).

Trotz großer Offensiv-Bemühungen auf beiden Seiten blieben die klaren Torchancen von da an Mangelware. Somit fand der erste Spielabschnitt ein eher dröges Ende ohne Tore, die aufgrund der Leistung beider Teams aber auch nicht angemessen gewesen wären.

Ohne personelle Veränderungen gingen die Adlerträger in die zweite Halbzeit, unverändert blieb auch der unbändige Support von den Rängen. Das änderte jedoch nichts am eiskalten Nackenschlag kurz nach Wiederanpfiff.

Der Mainzer Jean-Philippe Mateta (Li.) legte das 0:2 durch Anthony Ujah vor. Hier enteilt er Makoto Hasebe (Mi.) und Gelson Fernandes.
Der Mainzer Jean-Philippe Mateta (Li.) legte das 0:2 durch Anthony Ujah vor. Hier enteilt er Makoto Hasebe (Mi.) und Gelson Fernandes.  © DPA

Jean-Philippe Mateta tankte sich in den Eintracht-Sechzehner vor, düpierte seine Gegenspieler und setzte Ujah in Szene, der zum 0:1 einnetzte (53.). Und für die Hausherren kam es kurz darauf noch schlimmer.

Jean-Philippe Gbamin tanzte Falette schwindelig und fand erneut Ujah, der Trapp mit seinem Schuss aus der Drehung keine Chance ließ - 0:2 (57.). Besonders unschön: Beim Torjubel der Mainzer flogen zahlreiche Becher und Gegenstände aus der Nordwestkurve in Richtung 05-Akteure.

Hütter reagierte, brachte Jonathan de Guzmán und Sebastién Haller für Fernandes und Falette (61.), die berüchtigte "Büffelherde" war somit seit langer Zeit wieder komplett. Zwar drängten die Platzherren nun mit aller Wucht auf den Anschluss, die Angriffsbemühungen gestalteten sich unter dem Strich aber zu unstrukturiert und harmlos. Währenddessen bekamen die 05er immer wieder Platz zum Kontern.

Ein letzter Stürmer-Wechsel sollte das Unmögliche möglich machen: Goncalo Paciencia kam für Jovic (78.). Mit einem Distanzschuss aus zentraler Position prüfte de Guzmán Müller nochmals, der wehrte jedoch zur Ecke ab (84.).

Kostic (85.) und auch Rebic fanden mit ihren darauffolgenden Abschlüssen ebenfalls ihren Meister im Mainzer Schlussmann (88.). Am Ende fehlten der Eintracht die spielerischen Mittel, die Niederlage im letzten Heimspiel war nicht unverdient.

Der Abschluss der Bundesliga-Saison und die Entscheidung um die mögliche Teilnahme am internationalen Geschäft könnte für die Adlerträger kaum schwieriger aussehen. Am Samstag (18. Mai/15 Uhr) empfängt der Rekordmeister FC Bayern München das Hütter-Team in der Allianz Arena.

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