Souverän, doch am Ende ein Krimi: RB Leipzig beendet Negativlauf gegen Frankfurt

Einer der Matchwinner! Jean-Kevin Augustin erzielte das 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.
Einer der Matchwinner! Jean-Kevin Augustin erzielte das 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.  © DPA

Leipzig - Seit drei Pflichtspielen warteten die Roten Bullen auf einen Sieg, gegen Frankfurt endete die Durststrecke. Beim 2:1 (1:0) gegen die zuvor punktgleiche Eintracht zog der Vizemeister über 90 Minuten ein souveränes Spiel durch und springt auf die Europacup-Plätze.

Frankfurt reiste als zweitbestes Auswärtsteams in die sächsische Messestadt: Zwei Siege und ein Unentschieden bei 2:0 Toren standen für die SGE zu Buche. Doch von dieser Stärke sah man in Durchgang eins nichts.

Augustin staubte nach 28 Minuten nach einer Hradecky-Parade gegen Werner zum 1:0 ab. Leipzig hatte noch mehrere Möglichkeiten und stand hinten felsenfest, konnte die knappe aber hochverdiente Führung locker in die Kabine mitnehmen.

In der zweiten Halbzeit drückte RB weiter, Forsberg traf erst nur den Außenpfosten (51.), ehe Werner sehenswert zum umjubelnden (und überfälligen) 2:0 einnetzte (67.). Kurz davor wurde ein Eintracht-Tor zurückgepiffen, da der Ball bei der vorausgegangenen Ecke im Aus war.

Ex-RB-Stürmer Ante Rebic konnte das Spiel durch seinen 1:2-Anschlusstreffer noch mal spannend machen (77.). Wenig später köpfte Sabitzer an die Latte.

Am Ende wurde die Partie zu einem Fußball-Krimi. Doch RB fuhr einen nahezu mühelosen, souveränen und vor allem verdienten Sieg ein.

Nach 28 Minuten konnten die RB-Kicker Dank Augustins zweitem Saisontreffer erstmals jubeln. Werner legte nach 64 Minuten nach.
Nach 28 Minuten konnten die RB-Kicker Dank Augustins zweitem Saisontreffer erstmals jubeln. Werner legte nach 64 Minuten nach.  © Picture Point/R. Petzsche

Die Hasenhüttlsche Wechselei ging auch gegen Frankfurt weiter. Sechsmal rotierte der RB-Coach nach der 0:1-Pleite am Dienstag in Augsburg. Gulacsi kehrte ins Tor zurück, zudem ersetzten Klostermann, Upamecano, Ilsanker, Forsberg und Augustin die Augsburger Startelf-Bullen Schmitz, Compper, Kampl, Bruma und Poulsen.

Der Tabellenneunte setzte die Gäste schon in der Anfangsphase stark unter Druck, versuchte vor allem mit langen Bällen über die Außen für Torgefahr zu sorgen. RB dominierte klar und war mit 83 Prozent Ballbesitz Platzhirsch in der mit 40.606 gut gefüllten Red Bull Arena.

Erster Aufreger in der 13. Minute: Werner ging nach einem Zweikampf mit Fernandes im Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Benjamin Brand lies die umstrittene Situation weiterlaufen, der Videoschiedsrichter schaltete sich nicht ein.

RB kombinierte gut, erspielte sich einige (Halb-)Chancen. Der bis dato arbeitsfreie Gulacsi rettete nach gut 20 Minuten erstmals in höchster Not vor dem heranstürmenden Haller. Kurz darauf klingelte es im Kasten der Gäste: Sabitzer setzte sich rechts durch, bediente Werner im Strafraum. Der scheiterte mit einem Flachschuss erst an Hradecky, doch Augustin traf im Nachschuss zum 1:0 (28.).

Es folgten RB-Ballstaffetten durch die SGE-Mannschaft fürs Auge, ein zweites Tor sollte den Leipzigern in den ersten 45 Minuten jedoch nicht gelingen. Mit 1:0 Toren, 73 Prozent Ballbesitz und 356 zu 132 Pässen ging es für die Hasenhüttl-Truppe in die Kabine.

Der Ex-Leipziger Rebic (l.) machte das Spiel durch seinen Treffer zum 1:2 noch mal spannend. Klostermann kam zu spät.
Der Ex-Leipziger Rebic (l.) machte das Spiel durch seinen Treffer zum 1:2 noch mal spannend. Klostermann kam zu spät.  © Huebner/Voigt

Der Hunger nach weiteren Treffern war beim Vizemeister noch lange nicht gestillt, RB rannte weiter an, versuchte noch einen draufzulegen.

Spielend leicht konnte sich Leipzig durch die Hintermannschaft der SGE dem 2:0 annähern. Eine dicke Chance dazu hatte Forsberg, der sechs Minuten nach Wiederbeginn nur den Außenpfosten traf. Bei Frankfurter Gegenstößen stand die Leipziger Defensive stabil, besonders Upamecano (mal wieder) und Ilsanker konnten überzeugen.

Nach 61 Minuten fielen die Gäste dann mal auf: Boateng konnte Upamecano nur durchs Trikotziehen vom Ball fernhalten, es bildete sich eine Spielertraube. Die Hauptdarsteller im Kurzfilm sahen beide Gelb.

Doch es wurde auch mal richtig gefährlich für den Leipziger Kasten: Halstenberg rettete hauchzart vor dem kopfball-bereiten Jovic. Nach der anschließenden Ecke konnte Jovic den Ball zwar im Tor unterbringen, doch der Linienrichter sah den Eckball im Aus - Glück für RB (64.).

Drei Minuten danach machte der Vizemeister das, was längst überfällig war: Werner konnte einen abgeblockten Ball im Strafraum in der Drehung zum 2:0 versenken - Keeper Hradecky war machtlos (67.). Doch Ex-RB-Stürmer Ante Rebic machte es noch mal spannend: Gulacsi konnte eine Hereingabe von Wolf nicht abwehren, Rebic konnte frei einschieben - nur noch 2:1 (77.).

Es entwickelte sich ein Krimi, den der Tatort nicht besser hätte schreiben können. RB konnte sich denkbar knapp, doch wegen einer souveränen ersten Halbzeit durchsetzen.

Die nächste Englische Woche wartet schon wieder auf RB: Am Dienstag gastieren die Sachsen in der Champions League bei Besiktas Istanbul. Anstoß am Bosporus ist 20.45 Uhr (Sky live). In der Bundesliga sind die Sachsen am nächsten Sonntag (18 Uhr) zu Gast beim 1. FC Köln.


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