Traumjob anstatt Bachelor: Dieser Kerl mischt in der Bundesliga mit

Nico Schneck (25) misst sich jetzt mit den ganz Großen in der Bundesliga.
Nico Schneck (25) misst sich jetzt mit den ganz Großen in der Bundesliga.

Bielefeld - Einige werden ihn noch als Bachelor-Studenten aus Bielefeld kennen. Jetzt ist Nico Schneck (29) Co-Trainer von Heiko Herrlich (45) bei Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga.

Es kam wohl wie es kommen musste. Der 29-Jährige war grade in Bielefeld dabei, an seiner Bachelor-Arbeit mit dem Titel "Kleinfeldspiele im Fußball" zu schreiben, ehe ihn der damalige Trainer von Jahn Regensburg anrief.

Es war eine Verkettung glücklicher Zufälle, wie man so schön sagen kann. Im Mai 2016 suchte Regionalligist Regensburg einen Sportwissenschaftler, der Cheftrainer Herrlich unterstützen sollte.

Da ergab sich der erste Zufall: Der Sportdirektor des Clubs ist Christian Keller, der Schneck vor über zehn Jahren in der Bezirksliga beim SC 04 Tuttlingen trainierte, so 11Freunde.

Seitdem hielten beide engen Kontakt und Keller gab dem Ex-Arminen den Hinweis, sich auf die Stelle beim Jahn zu bewerben. Tatsächlich wird er kurz darauf eingeladen und Nico Schneck fährt nach Regensburg zum "Bewerbungsgespräch".

Er und Heiko Herrlich haben sich knapp zwei Stunden über jegliche Themen im Fußballgeschäft unterhalten. Spielphilosophie, taktische Ideen oder auch den Umgang mit Menschen.

"Wir lagen auf einer Wellenlänge und waren von unserer Idee auf dem Platz nah beieinander", erklärte Schneck der Zeitschrift. Er hatte zwar ein gutes Gefühl, aber sein direkter Konkurrent hatte es in sich: Ein alter Bekannter Herrlichs vom FC Bayern München.

Heiko Herrlich (45, re.) hat Nico Schneck (29) erst nach Regensburg geholt, dann nach Leverkusen.
Heiko Herrlich (45, re.) hat Nico Schneck (29) erst nach Regensburg geholt, dann nach Leverkusen.

Mit dem guten Gefühl flog der 29-Jährige dann in den Urlaub nach Griechenland. Und dann passierte es: Schneck war grade auf einem Bootstrip, als sich Heiko Herrlich bei ihm meldete und ihm den Job zusagte.

"Den Urlaub konnte ich natürlich noch besser genießen", sagte der ehemalige Regionalliga-Kicker vom SV Rödinghausen. Es begann das Regensburg-Märchen für den Fußballer, das in der letzten Saison mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga gekrönt wurde.

Dadurch weckte natürlich auch Heiko Herrlich seine Begehrlichkeit einiger Bundesligisten, die auf der Suche nach einem Top-Trainer waren. So zog es den ehemaligen Nationalspieler zur Werkself.

Es dauerte nicht lang, dann meldete sich der 45-Jährige erneut bei Nico Schneck. Er sollte auch in Leverkusen das Amt als Co-Trainer übernehmen. So blieb die Bachelor-Arbeit weiter liegen.

Selbst die Tatsache, dass Nico Schneck jünger als seine Spieler ist, störte niemanden. Er selbst habe bis vor kurzem noch beim SC Pfullendorf und dem SV Rödinghausen in der Regionalliga gekickt. Auch ein Drittligaspiel bei Arminia Bielefeld steht in seiner Vita.

Leverkusens Julian Baumgartlinger erklärte gegenüber 11Freunde, dass er von den Fähigkeiten seines Cos beeindruckt sei: "Man merkt, dass er hoch gespielt hat."

Niemand würde ihn wohl auf dem Campus in Bielefeld so schnell erkennen. Sein Terminkalender platzt nun aus allen Nähten, seine Bachelor-Arbeit will er trotzdem noch abschließen: "Aber glaub mir, ich werde sie auf jeden Fall beenden."

Ein Drittligaspiel hat der ehemalige Armine für den DSC bestritten.
Ein Drittligaspiel hat der ehemalige Armine für den DSC bestritten.

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