"Wir sind nicht perfekt": Die Eintracht und das fast schon vergessene Gefühl

Ungewohntes Gefühl: Ante Rebic kann die Niederlage der Eintracht nicht fassen.
Ungewohntes Gefühl: Ante Rebic kann die Niederlage der Eintracht nicht fassen.  © bild pressehaus

Frankfurt - Dem Sportvorstand stoßen die Träumer sauer auf. Die Spieler sind enttäuscht, blicken aber nach vorne. Nach der Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen ist klar: Die Eintracht hat noch viele offene Baustellen.

Nach Abpfiff saßen sie bedröppelt auf dem nassen Rasen der Commerzbank Arena. Die Frankfurter Spieler mussten erst einmal einordnen, was da gerade passiert war. Nach sechs Spielen ohne Niederlage ging die Eintracht gegen Leverkusen leer aus. Ein Gefühl, das im derzeit erfolgsverwöhnten Stadtwald erst einmal verdaut werden muss.

"Im Endeffekt haben wir verloren und drei Punkte liegen gelassen. Wir müssen weiter arbeiten, dass das nicht nochmal passiert. Die Drei-gegen-zwei-Situation müssen wir besser ausspielen oder wenigstens einen Abschluss haben, damit wir uns besser stellen können. Dann kriegen wir einen Konter und verteidigen es schlecht", versuchte Kevin-Prince Boateng die Schlüsselszene der Partie aufzuarbeiten.

Nach 76 Spielminuten hatte Mijat Gacinovic in aussichtsreicher Situation am gegnerischen Strafraum die Kontrolle über den Ball verloren. Die Werkself schaltete über mehrere Stationen blitzschnell um, Kevin Volland vollendete kühl zum Siegtor.

"Wir müssen daran arbeiten, dass wir vorne selbst die Tore machen, wenn wir in Überzahl sind. Das ist ein Lernprozess. Die Serie davor war super, aber sie interessiert jetzt keinen mehr, denn heute haben wir verloren. Jetzt müssen wir wieder hart arbeiten und das nächste Spiel gewinnen", richtete Boateng nur wenige Minuten nach Abpfiff bereits den Blick auf die Partie bei Hertha BSC (Sonntag, 15.30 Uhr).

Niko Kovac war nach der Niederlage enttäuscht, aber nicht unzufrieden.
Niko Kovac war nach der Niederlage enttäuscht, aber nicht unzufrieden.  © DPA

In der ersten Hälfte hatte die Eintracht kaum stattgefunden. Leverkusen hingegen hatte das Spiel voll unter Kontrolle - und zwei mal großes Pech im Abschluss. Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam die SGE zwar impulsiv aus der Kabine - die Druckwelle hielt allerdings nur für 15 Minuten an. Und dann haperte es noch im Abschluss.

"Wir haben auf Augenhöhe gegen ein Team gespielt, das in der Champions League spielen kann. Das ist das Entscheidende", zeigte sich Sportvorstand Fredi Bobic nach dem durchwachsenen Auftritt vor heimischer Kulisse dennoch zufrieden.

Mangelnde Passgenauigkeit, Abschlussschwäche, wenige Hochkaräter - die Eintracht trat am Samstagnachmittag vor allen Dingen in der Offensive alles andere als eine Mannschaft auf, die sich langsam aber sicher an internationales Niveau herantastet.

Dabei schielte man schon vor der Partie in Richtung Europa: Trainer Niko Kovac hatte seinen Schützlingen erlaubt, von den oberen Tabellenplätzen zu träumen. Die Realität hat Coach und Spieler nun gnadenlos eingeholt. "Wenn man an Europa schnuppern will, dann tun solche Niederlagen besonders weh", wusste auch Torhüter Lukas Hradecky nach der Partie.

Im Stadtwald heißt es jetzt, die erlittene Niederlage zu verdauen und schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Sonst werden die Träume bald möglicherweise zu Albträumen.


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